Bundeswehr Generalinspekteur bleibt bis 2009
Berlin - Schneiderhan wird der Generalinspekteur der Bundeswehr werden, der am längsten im Amt ist. Denn Bundesverteidigungsminister Jung (CDU) hat den ranghöchsten Offizier gebeten, ein Jahr länger im Dienst zu verbleiben. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE am Montag aus gut informierten verteidigungspolitischen Kreisen. Ursprünglich läuft Schneiderhans Vertrag im Sommer 2008 aus. Er wäre dann 62 Jahre alt.
Jung hat ihn nicht nur gebeten, um ein weiteres Jahr im Amt zu verbleiben, sondern auch über den Tag der Bundestagswahl im Herbst 2009 hinaus. Erst ein neuer Verteidigungsminister soll dann auch einen neuen Generalinspekteur bestimmen, lautet die Absprache. Die Entscheidung wurde von Jung in der vergangenen Woche mit der Bundeskanzlerin abgeklärt - Angela Merkel habe ihr Einverständnis gegeben, erfuhr SPIEGEL ONLINE weiter.
Mit dieser Regelung wird Schneiderhan voraussichtlich erst Ende 2009 aus seinem Amt ausscheiden. Er wäre damit von allen Generalinspekteuren seit Bestehen der Bundeswehr im Jahre 1956 derjenige, der am längsten im Dienst war.
Schneiderhan war am 1. Juli 2002 unter SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping zum Generalinspekteur ernannt worden - rund zwei Wochen bevor der SPD-Minister dann wegen der Affäre im Zusammenhang mit dem Medienberater Moritz Hunzinger vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder entlassen wurde. Wegen seines guten Verhältnisses zum neuen Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) wurden nach der Bundestagswahl 2005 aus Unionskreisen wiederholt anonyme Stimmen laut, die auf eine Ablösung Schneiderhans drängten. Doch Strucks Nachfolger Jung hielt an ihm fest.
Am morgigen Dienstag hat der CDU-Minister zusammen mit dem amtierenden Generalinspekteur zu einem Hintergrundgespräch mit Journalisten gebeten. Dort wird voraussichtlich auch die Amtszeitverlängerung bekannt gegeben.
sev