Bundeswehr: Offizier soll Schmiergeld kassiert haben - DER SPIEGEL
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Bundeswehr Offizier soll Schmiergeld kassiert haben

Die Kölner Behörden haben gegen einen Oberstleutnant der Bundeswehr wegen Korruptionsverdachts Ermittlungen aufgenommen. Der Offizier soll bei der Vergabe von Flugaufträgen für die deutsche Afghanistan-Hilfe illegale Provisionen kassiert haben. Er wurde festgenommen.
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Köln/Berlin - Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Donnerstagabend in Berlin einen entsprechenden Bericht der Kölner Zeitung "Express". Es werde gegen einen Soldaten wegen des Verdachts der Vorteilsnahme im Amt ermittelt, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

Laut dem "Express" soll der Soldat eine Charter-Fluggesellschaft begünstigt haben. Oberstaatsanwalt Siegmar Raupach sagte der Zeitung, der Bundesrechnungshof beziffere den entstandenen Schaden für den Steuerzahler auf neun Millionen Euro.

Der in Köln-Wahn stationierte Offizier hatte dem Bericht zufolge Einfluss auf die Vergabestelle der Bundeswehr. Raupach sagte der Zeitung, der Soldat solle 2001, als im Rahmen der Afghanistanhilfe tonnenweise Güter nach Kabul geschafft werden mussten, eine Firma empfohlen haben, die dann auch den Zuschlag bekam.

Daraufhin sei ein Antonov-Transportflugzeug gechartert worden, das auf Staatskosten 100 bis 170 Flüge absolvierte. Das Vertragsvolumen habe 60 Millionen US-Dollar betragen. Der Oberstleutnant nannte demnach in seinem Leistungsbericht stets nur das eine Charter-Büro als geeignet, obwohl zwei weitere Firmen Leistungen anboten. Dafür habe er nachweislich mindestens einmal eine Zahlung erhalten, sagte Raupach der Zeitung. Ob es weitere Zahlungen gegeben hat, werde noch geprüft. Laut dem "Express" hat der Beschuldigte bislang den Erhalt von 25.000 Euro eingestanden.