CDU Bestimmten Parteispender die Personalpolitik?
Hamburg - Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Klein soll einer Intrige seiner Partei zum Oper gefallen sein. Mitte der siebziger Jahre habe der Politiker in seiner Heimatstadt Stolberg die Gewerbesteuer erhöhen wollen, berichtet "Die Woche". Damit soll jedoch der in dem Ort bei Aachen ansässige Pharmakonzern Grünenthal nicht einverstanden gewesen sein.
In einem 1976 von der DDR-Staatssicherheit abgehörten Telefonat unterhielten sich laut dem Bericht der Generalbevollmächtigte der CDU-Schatzmeisterei, Uwe Lüthje, und der damalige CDU-Kreisvorsitzende von Aachen, in dessen Bereich auch Stolberg fällt, über das Vorhaben von Klein. "Diesbezüglich soll dieser nicht wiedergewählt werden", heiße es in dem der Zeitung vorliegenden Stasi-Protokoll. Aus dem Telefongespräch sei auch hervorgegangen, dass Grünenthal von der geplanten Gewerbesteuererhöhung maßgeblich betroffen gewesen wäre und zu den Finanziers der CDU gehörte. In der Tat sei Klein später an parteiinternem Widerstand gescheitert, als er versuchte, mittels eines Direktmandats erneut in den Bundestag einzuziehen, heißt es in dem Artikel.
Grünenthal-Geschäftsführer Michael Wirtz spendete kürzlich 250.000 Mark für die Sammelaktion des früheren CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl.