CDU: Junge Schelte für Merkel - DER SPIEGEL
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CDU Junge Schelte für Merkel

Der neue Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, wettert gegen die CDU-Spitze. Vor allem Parteichefin Angela Merkel müsse mehr Tempo bei der innerparteilichen Reform machen.
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Göttingen - "Das Tempo ist zu langsam. Die entsprechende Kommission ist zwar jetzt eingesetzt. Es ist aber nicht erkennbar, wohin die Parteireform gehen soll. Wir müssen das Tempo erhöhen, um Ende des Jahres das Projekt verwirklicht zu haben", so der Chef der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder.

Mit der Parteireform will Merkel die CDU wieder zu einer "Bürgerpartei" machen und mehr Menschen als bisher an die CDU binden. Die Junge Union will jedoch auch, dass die innerparteiliche Demokratie mehr gefördert wird.

Mißfelder, der erst vor drei Monaten ins Amt gewählt wurde, warnte seine Partei auch vor einem Nachlassen in der Bundespolitik. "Die CDU muss die Reformkraft in Deutschland sein. Im Augenblick treiben wir die Regierung. Wir dürfen aber nicht in eine Situation kommen, dass wir von der Regierung getrieben werden", so der JU-Chef, er einer Organisation von 130.000 Mitgliedern vorsteht.

Wichtig für die Partei sei ein Sieg bei den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am 2. Februar. "Noch wichtiger ist aber, dass die CDU Antworten auf die entscheidenden Fragen in Deutschland findet", mahnte er. Dies sei vor allem die Generationengerechtigkeit. "Das ist vor allem für meine Generation die zentrale Frage."

Nach seiner Ansicht muss die Union in der Alterssicherung und bei der Gesundheitsvorsorge "ganz klare Leitlinien entwickeln". Der Eigenverantwortung des Einzelnen müsse mehr Gewicht eingeräumt werden. Auch verlangte er eine stärkere Selbstbeteiligung der Patienten. Auf konkrete Summen wollte sich Mißfelder aber nicht festlegen.

"Es gibt aber in Deutschland derzeit eine Zwei-Klassen-Medizin, in der die Privatpatienten den Kassen-Patienten klar bevorzugt werden. Das deckt sich nicht mit unserem christlichen Verständnis. Man muss künftig auf einige Leistungen der gesetzlichen Versicherung verzichten, damit das Solidarsystem insgesamt erhalten werden kann," so Mißfelder.