CDU Teures Nachspiel
Hamburg - Die Caritas Trägergesellschaft Trier (CTT) prüft derzeit, ob das gemeinnützige Unternehmen rund 190.000 Mark zurückfordern kann, die der frühere CTT-Manager Hans-Joachim Doerfert aus der Kasse einer CTT-Tochterfirma illegal an den CDU-Landesverband transferiert hat.
Anfang Februar war Doerfert wegen Untreue erstinstanzlich zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Nach Angaben des CTT-Vorstandsvorsitzenden Peter Schuh ist die CDU grundsätzlich bereit, jene Spenden zurückzuzahlen, die Doerfert aus Mitteln des gemeinnützigen Unternehmens abgezweigt hat. Insgesamt hatte der ehemalige Caritas-Manager, der zeitweise Schatzmeister des CDU-Kreisverbandes Trier war, der Union zwischen 1995 und 1998 Spenden in Höhe von knapp einer halben Million Mark beschafft.
Die Doerfert-Spenden beschäftigen auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft. Der illegale Geldfluss an die Union, über dessen Hintergründe die rheinland-pfälzische CDU-Parteispitze nach bisherigen Erkenntnissen der Fahnder nicht informiert war, ist Teil einer zweiten Anklage, die die Ermittlungsbehörde im Januar präsentierte.