CDU-Vorsitz Angela Merkel kandidiert
Berlin - Merkel selber trat bislang noch nicht vor die Presse. Aber der brandenburgische CDU-Landesvorsitzende Jörg Schönbohm plauderte das Ergebnis am Rande der Sitzung aus. Die 45-jährige Ostdeutsche wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Bundesparteitag der CDU vom 9. bis 11. April in Essen als einzige Kandidatin antreten. Sie wäre die erste Frau an der Spitze einer der beiden großen Volksparteien und würde Nachfolgerin von Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Rainer Barzel, Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble.
Nach den wochenlangen Diskussionen um das Spitzenamt hatte sich vor allem die Basis der CDU für Merkel stark gemacht. Schäuble hatte im Zusammenhang mit der CDU-Parteispendenaffäre Mitte Februar seinen Rückzug angekündigt.
Der scheidende CDU-Vorsitzende bestätigte am Sonntagabend im ZDF indirekt, dass die Generalsekretärin die Parteispitze übernehmen soll. Die Basis der CDU sei befragt worden, das Ergebnis sei eindeutig gewesen, sagte Schäuble. Die Öffentlichkeit werde "nicht zu sehr überrascht sein", wenn am Montag die Kandidatur für seine Nachfolge bekannt gegeben wird.
CDU-Schatzmeister Matthias Wissmann sagte in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen", er gehe davon aus, dass es auch beim Parteitag im April keinen Gegenkandidaten zu Merkel geben werde.
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Mit Spannung wird erwartet, ob im Lauf des Montags schon eine Vorentscheidung im Hinblick auf die vier Stellvertreterposten fällt. Möglicherweise gibt es hier mehr Kandidaten, als Posten zur Verfügung stehen. Annette Schavan und Christian Wulff wollen kandidieren. Ambitionen werden Volker Rühe nachgesagt. Als Nachfolger von Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm wird NRW-CDU-Chef Jürgen Rüttgers antreten. Schäuble soll für das Präsidium kandidieren. Es wird nicht erwartet, dass schon am Montag über den neuen Generalsekretär und den neuen Schatzmeister entschieden wird.
Der scheidende stellvertretende CDU-Vorsitzende Norbert Blüm warnte seine Partei davor, bei der Erneuerung ihrer Strukturen nach der Spendenaffäre "einem Jugendtick" zu verfallen. Dem Berliner "Tagesspiegel" sagte er, die Erfahrung in der Wirtschaft habe gezeigt, "dass es nicht gut ist, wenn sie 50-Jährige zum alten Eisen rechnet".