CDU: Zoff um Asylpolitik - DER SPIEGEL
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CDU Zoff um Asylpolitik

Präsidium und Vorstand der CDU haben über die Zuwanderungspolitik und die umstrittene "Leitkultur" beraten. Obwohl die Partei Einigkeit zur Schau trägt, bahnt sich offenbar ein Streit um die Asylpolitik an.
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Berlin - Wie der niedersächsische CDU-Chef Christian Wulff nach der Sitzung mitteilte, hat das Präsidium einstimmig ein Papier verabschiedet, das eine gute Arbeitsgrundlage für die Kommission von Peter Müller bilde. Der Begriff "Deutsche Leitkultur" sei darin enthalten und folge der von CDU-Chefin Angela Merkel vorgegebenen Definition. In dem Papier wird das Thema Einwanderung laut Wulff mit der Frage von Asylregelungen verknüpft. Der vom Vorsitzenden der CDU-Zuwanderungskommission, dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, vorgeschlagene Volksentscheid sei jedoch kein Thema auf der Sitzung gewesen. "Ich erwarte eine Entspannung in dieser Diskussion in den kommenden Tagen", sagte Wulff.

Müller hatte vor den Gremiensitzungen der CDU seine Vorbehalte gegen den Begriff "Leitkultur" als Voraussetzung für die Integration von Ausländern erneuert. Er halte die Formulierung für falsch. Sie sei aber nicht problematisch, wenn alle darunter das Gleiche verstünden. Müller hatte gemeinsam mit dem Fraktionsvize Wolfgang Bosbach das Eckpunktepapier erarbeitet, das den Führungsgremien vorlag. In ihm taucht der von Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) in die Debatte eingeführte Begriff "Leitkultur" auf, den Müller und Bosbach ursprünglich nicht aufgenommen hatten.

Auch der Vorsitzende des Europaausschusses des Bundestags, Friedbert Pflüger, sagte: "Ich hätte den Begriff nicht in das Papier geschrieben." So, wie er jetzt definiert worden sei, sei er aber nicht missverständlich. Im Kern bedeute er, dass Ausländer wie Deutsche Recht und Gesetz und die Verfassung achteten, Deutsch sprächen und "dass wir alle miteinander tolerant zusammenleben". Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm sagte: "Für mich ist der Begriff Leitkultur das Gegenmodell zu Multikulti."