Chefsuche: Rühe mischt kräftig mit - DER SPIEGEL
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Chefsuche Rühe mischt kräftig mit

Wer wird neuer CDU-Parteivorsitzender? Diese Frage beschäftigt nicht nur die CDU, sondern auch die CSU redet kräftig mit. Angela Merkel und Volker Rühe sind die derzeitigen Hauptfavoriten. Nun hat sich der Chef der Berliner CSU-Landesgruppe Glos für eine Interimslösung ausgesprochen und brachte die Namen Teufel, Vogel und Biedenkopf ins Spiel.
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Berlin - In der CDU konzentriert sich der Machtkampf um den Parteivorsitz mehr und mehr auf Generalsekretärin Angela Merkel und Schleswig-Holsteins Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Volker Rühe. Nachdem sich eine Reihe von Spitzenpolitikern und auch die hamburgische CDU zu Merkel bekannt hatten, äußerte sich Rühe schwer verärgert. Im CDU-Präsidium habe man verabredet, auf solche Festlegungen bis zum 20. März zu verzichten. "Es hat mich schon sehr gestört, dass nur wenige Stunden nach dem Präsidiumsbeschluss einige versucht haben, vollendete Tatsachen zu schaffen."

Der Chef der Berliner CSU-Landesgruppe, Michael Glos, betonte am Sonntagabend den Wunsch seiner Partei, die CDU solle zunächst einen Interims-Vorsitzenden küren. Als mögliche Kandidaten nannte er in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" die Namen der Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen, Erwin Teufel, Kurt Biedenkopf und Bernhard Vogel. Merkel müsse mindestens ihre Rolle als Generalsekretärin behalten.

Es wird erwartet, dass der Vorstand der Unionsfraktion im Bundestag und auch die Berliner CSU-Landesgruppe am Montagabend zu Beratungen über die Schäuble-Nachfolge zusammenkommen.

CDU-Vize Christian Wulff, der die Schwesterpartei CSU scharf vor einer Einmischung in die Vorsitzenden-Debatte gewarnt hatte, beschwor den Zusammenhalt von CDU und CSU. "Es darf auch in Zukunft bei der Bedienung des konservativen Potenzials keine Arbeitsteilung zwischen CDU und CSU geben", sagte er der "Leipziger Volkszeitung" (Montag). Er hielte "eine solche Arbeitsaufteilung in der Union für brandgefährlich, das würde am Ende tatsächlich zur Diskussion über eine bundesweite Ausdehnung der CSU führen".

Rühe zeigte Verständnis für die Sorge der CSU vor Übertreibungen bei der Erneuerung der CDU. Er sagte der Tageszeitung "B.Z." zu entsprechenden Äußerungen von CSU-Chef Edmund Stoiber, die CDU müsse in der Tat nicht völlig neu erfunden werden. Deshalb müsse es bei der Regelung der Schäuble-Nachfolge eine Mischung von Kontinuität, Bewahrung der Stärken und Erneuerung geben. Entschieden wies er den Vorwurf zurück, er sei im Vergleich zu Merkel zu nahe am System von Ex-CDU-Chef Helmut Kohl gewesen: "Ich war nie Mitglied eines Systems." Zudem stelle sich die Frage, ob jemand, der zwei Jahre Generalsekretär war - wie er - oder jemand, der acht Jahre Kohls Stellvertreterin war - wie Merkel - näher am System gewesen sei.

Nach einem Bericht der Zeitung "Handelsblatt" hat die CDU-Spitze einen Ausschuss zum Finanzmanagement eingesetzt, der den drohenden Konkurs der Partei abwenden soll. "Wir sind an der Liquiditätsgrenze angelangt, sagte ein Präsidiumsmitglied der Zeitung. Die CDU werde einen Konkursantrag prüfen müssen. Man rechne mit möglichen Strafzahlungen von über 70 Millionen Mark wegen der unvollständigen Rechenschaftsberichte.