Chronologie Hofers Prozesse
Hamburg - Der Fall des Hamburger Geschäftsmannes Helmut Hofer, 58, begann am 21. September 1997 mit der Festnahme auf dem Flughafen der iranischen Hauptstadt. Die weitere Entwicklung:
26. Januar 1998: Ein Kammergericht in Teheran verurteilt ihn wegen verbotener sexueller Kontakte zu der Muslimin Wahide Ghassemi zum Tode. Hofer hat den Vorwurf stets bestritten. Die junge Frau, die die angebliche Beziehung bestätigte, wird zur Auspeitschung verurteilt. Die Bundesregierung warnt Iran vor einer "schweren Belastung der Beziehungen".
18. Februar 1999: Das Oberste Gericht widerruft das Todesurteil wegen nicht ausreichenden Beweise und ordnet Neuverhandlung an.
10. April 1999: Freilassung gegen eine Kaution von 300.000 Mark mit der Auflage, sich in Iran für das neue Verfahren bereitzuhalten.
1. August 1999: Neue Festnahme mit der Begründung, es bestehe Fluchtgefahr nach Kontakten mit "verdächtigen ausländischen Elementen".
29. September 1999: Die Anklage einer verbotenen sexuellen Beziehung wird fallen gelassen. Das Todesurteil ist damit hinfällig. Stattdessen Verurteilung im Oktober wegen "illegaler Kontakte" zu der Muslimin zu einer Geldstrafe von umgerechnet 39.000 Mark. Trotz Zahlung keine Freilassung.
14. Oktober 1999: Neuer Haftbefehl wegen angeblichen Angriffs auf zwei Sicherheitsbeamte und deren Beleidigung.
23. Dezember: Freilassung gegen eine Kaution von umgerechnet 58.000 Mark mit der Auflage, in Iran zu bleiben. Neuer Gerichtstermin ist der 20. Januar.
11. Januar: Der Chef des auswärtigen Bundestagsausschusses, Hans-Ulrich Klose (SPD), und CDU-Nahostexperte Ruprecht Polenz setzen sich in Teheran für Hofer ein.
19. Januar: Der Iraner Hamid Khorsand kommt in Deutschland auf freien Fuß, nachdem ihn das Berliner Kammergericht wegen Spionage zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und eine Geldbuße von 5000 Mark verurteilt hat.
20. Januar: Hofer wird zu einer Geldstrafe vom umgerechnet rund 12.600 Mark wegen Beleidigung der Sicherheitsbeamten verurteilt und ist anschließend ein freier Mann.