Clement Gespräche mit FDP sind eine "glatte Ente"
Düsseldorf - Ministerpräsident Wolfgang Clement sagte dem "Bonner Generalanzeiger" am Dienstag, Meldungen über entsprechende Verhandlungen mit dem FDP-Landesvorsitzenden Jürgen Möllemann seien eine "glatte Ente". "Es gibt keine Vorgespräche. Es gab auch kein Treffen mit Möllemann, um Koalitionsfragen zu besprechen." Er bleibe bei seiner Absicht, im Falle der Notwendigkeit von Koalitionsverhandlungen zunächst mit den Grünen zu sprechen. Der SPD-Geschäftsführer und Landesvorsitzende an Rhein und Ruhr, Franz Müntefering, sagte im Gespräch mit AP, hier werde versucht, kurz vor der Wahl noch Unruhe zu stiften, doch das werde nicht gelingen.
Auch Möllemann selbst betonte, es habe keine Geheimgespräche gegeben, und es gebe auch keine Verabredungen. Doch warb der FDP-Landesvorsitzende gleichzeitig entschieden für eine sozialliberale Koalition in Düsseldorf: "Wenn die FDP stärker wird als die Grünen, gibt es die Chance, Rot-Grün abzulösen", sagte er dem Norddeutschen Rundfunk. Denn die Gemeinsamkeiten zwischen SPD und FDP in der Energie-, in der Verkehrs-, aber auch in der Bildungspolitik seien deutlich größer als die in der rot-grünen Koalition, behauptete der FDP-Politiker im Norddeutschen Rundfunk.
Die Berliner Tageszeitung "Die Welt" hatte in ihrer Dienstagausgabe berichtet, die Überlegungen für einen Koalitionswechsel nach der Landtagswahl in Düsseldorf von Rot-Grün zu Rot-Gelb seien weiter gediehen, als bislang bekannt geworden sei. Es habe bereits mehrere vertrauliche Treffen zwischen Möllemann und Clement gegeben. Dabei habe der Ministerpräsident "klar signalisiert", dass er - falls es das Wahlergebnis ermögliche - in jedem Fall ein Bündnis mit den Liberalen ansteuern wolle. Dies gehe einher mit einer Annäherung zwischen SPD und FDP auch auf Bundesebene.