Clements Plan: Ein-Euro-Jobs sollen Arbeitsmarkt-Statistik entlasten - DER SPIEGEL
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Clements Plan Ein-Euro-Jobs sollen Arbeitsmarkt-Statistik entlasten

Wenn der Trick funktioniert, dürften die offiziellen Arbeitslosenzahlen im kommenden Jahr deutlich sinken. Langzeiterwerbslose, die in Folge der Hartz-IV-Reform künftig Ein-Euro-Jobs annehmen, werden künftig nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik geführt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement will mit den geplanten 600.000 Ein-Euro-Jobs die Arbeitslosenzahl im nächsten Jahr deutlich drücken. Dazu sollen die Teilnehmer an den so genannten Arbeitsgelegenheiten künftig durchgängig nicht mehr als erwerbslos gezählt werden, wie aus einer neuen Verwaltungsvorschrift der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit hervor geht. Bislang wurden so genannte Ein-Euro-Jobber in der Statistik vielfach weiter als Arbeitslose geführt.

Mit dem Trick könnte nach Einschätzung von Experten die Arbeitslosenzahl im nächsten Jahr um bis zu 400.000 sinken. Clement hatte kürzlich angekündigt, Langzeitarbeitslose künftig in großem Stil für gemeinnützige Aufgaben in Pflegeheimen, Schulen oder beim Umweltschutz einzusetzen.

Eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bestätigte am Samstag eine entsprechende Meldung des SPIEGEL. Sie sagte aber, schon nach der bisherigen Rechtslage würden Erwerbslose, die nebenher einer Tätigkeit ab 15 Stunden pro Woche nachgingen, nicht als arbeitslos gezählt. Diese Regelung werde ab 2005 auch auf die Ein-Euro-Jobs übertragen.

Die Sprecherin erklärte weiter, Teilnehmer an den Arbeitsgelegenheiten würden bislang in der Arbeitslosenstatistik gar nicht erfasst, da diese Jobs von den Sozialämtern angeboten würden. Nur wenn das Sozialamt die Menschen zusätzlich zum Arbeitsamt schicke, würden sie dort registriert.