CSU entsetzt "Wie ein Kälteschock"
Bayerns CSU-Fraktionschef Alois Glück sagte am Dienstag, die Nachricht habe auf die CSU "wie ein Kälteschock" gewirkt. CDU- Generalsekretärin Angela Merkel meinte hingegen, Schäuble habe "einen exzellenten Beitrag zur Aufklärung geleistet".
Hamburgs CDU-Fraktionschef Ole von Beust äußerte Unverständnis über den Zeitpunkt, zu dem Schäuble die Barspende eingeräumt hat. Nach Ansicht von Glück belastet die Spendenannahme Schäuble zwar, allerdings nicht in einem so starken Maße, dass er seine Partei nicht mehr politisch führen könne.
Der brandenburgische CDU-Landesschef Jörg Schönbohm zeigt sich "enttäuscht" von seinem Parteivorsitzenden Wolfgang Schäuble: "Ich verstehe nicht, dass das nicht bei der Bundesvorstandssitzung herausgekommen ist". Schönbohm warnte vor "Schnellschüssen". Auf die Frage, ob die Ära Schäuble damit zu Ende sei, antwortete Schönbohm: "Diese tiefen Irritationen müssen wir erst diskutieren".
Bayerns SPD-Generalsekretär Wolfgang Hoderlein sagte, Schäuble müsse Konsequenzen ziehen, wenn er die Annahme der Spende nicht aufklären könne. Für die NRW-Grünen forderte Landessprecher Reiner Priggen, Schäuble müsse sein Amt niederlegen, um weiteren Schaden von der Demokratie abzuwenden. SPD-Bundestagsfraktionsvize Ernst Schwanhold sagte im Inforadio Berlin-Brandenburg, der "Fall Kohl" weite sich auf Schäuble aus. Vermutlich werde noch mehr herauskommen.
Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) nahm Schäuble in Schutz. Es gebe nicht den geringsten Anlass für einen Rücktritt, sagte Vogel im Deutschlandfunk. Schäuble habe die Spende nicht vergessen, sondern erst jetzt festgestellt, dass sie falsch unter sonstigen Einnahmen verbucht worden sei.