CSU Hohlmeier beklagt Münchner Intrigantenstadl
München - Sie habe weder Wahlfälschungen in der Münchner CSU unterstützt noch Parteikollegen erpresst, sagte die zeitweise weinende Hohlmeier. Sie habe die Aufklärung der Wahlaffäre vorangetrieben, aber die Münchner CSU sei "ein Intrigantenstadl", in dem "nur noch Mauscheleien und Intrigen herrschten". Weiter: "Ich war zu blauäugig, was man im Münchner Bezirksverband nicht sein darf." Von den Wahlfälschungen im CSU-Ortsverein Perlach 2002/2003 habe sie erst hinterher erfahren. Angebliche Telefonate über Mitgliederkäufe habe es nicht gegeben. Ihr Fehler sei gewesen, Beschwerden und "diffuse Andeutungen nicht hinterfragt" zu haben.
Auch den Vorwurf von Münchner CSU-Vorstandsmitgliedern, Hohlmeier habe sie mit Dossiers zum Stillhalten erpressen wollen, wies sie entschieden zurück. Die Vorstandssitzung sei "ein abgekartetes Spiel" gegen sie gewesen: "So viel menschliche Niedertracht hatte ich nicht erwartet", sagte Hohlmeier. Zugleich wiederholte sie ihre Entschuldigung bei allen, die ihre klare Aussprache damals als Drohung verstanden hätten.
Wegen der Affäre war die Tochter des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß vor einem Jahr als Münchner CSU-Chefin und im April auch als Kultusministerin zurückgetreten.