CSU Seehofer will Parteichef künftig in Bundesregierung sehen
Horst Seehofer
Foto: Matthias Balk/ dpaWenn es nach CSU-Chef Horst Seehofer geht, soll künftig der Parteivorsitzende der Christsozialen in der Bundesregierung sitzen. Seehofer kündigte laut "Süddeutscher Zeitung" und "Münchner Merkur" in einer internen Runde an, dass spätestens nach der Bundestagswahl 2017 der dann amtierende CSU-Chef zugleich einen Ministerposten in Berlin innehaben sollte.
Seehofer habe bei einem Treffen mit den einflussreichen CSU-Bezirksvorsitzenden am vergangenen Freitag auch nicht ausgeschlossen, dass bereits in der noch laufenden Legislaturperiode der CSU-Vorsitzende einen Ministerposten im Bund übernehmen könne, berichtete der "Merkur".
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist dies eine von mehreren strategischen Überlegungen in der CSU, "die aber nicht so kommen muss".
Seehofer befeuert damit erneut die Personalspekulationen bei den Christsozialen. Kürzlich hatte er nach einer CSU-Vorstandsklausur nicht ausgeschlossen, selbst als Spitzenkandidat zur Bundestagswahl anzutreten. Allerdings wollte Seehofer bisher bis zur nächsten Landtagswahl 2018 Ministerpräsident bleiben und sich dann zurückziehen.
Es wird auch darüber spekuliert, dass Seehofer einen seiner bundesweit bekannten Landesminister Markus Söder und Joachim Herrmann nach Berlin schicken wolle.
Laut "Merkur" geht es Seehofer darum, die Christsozialen durch einen möglichst starken Vertreter in Berlin vom Ansehensverlust von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durch ihre Flüchtlingspolitik abzukoppeln. In der CSU galt zuletzt das auch von Seehofer praktizierte Modell, wonach der Parteivorsitzende gleichzeitig auch bayerischer Ministerpräsident ist, am erfolgreichsten.