CSU: Wirbel um Seehofer - DER SPIEGEL
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CSU Wirbel um Seehofer

Der Gesundheitskompromiss von CDU und CSU stößt bei Horst Seehofer auf Kritik. Nach einem Zeitungsbericht erwägt der CSU-Gesundheitsexperte sogar, von allen Ämtern zurückzutreten. Gegenüber SPIEGEL ONLINE heißt es aus CSU-Kreisen, er könne den Kompromiss noch nicht mittragen.
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Berlin - Horst Seehofers Äußerung fiel bereits am Sonntag, doch erst zu Wochenbeginn, als die Vorsitzenden von CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber, den Kompromiss zur Gesundheitspolitik in Berlin vorstellten, entfaltete sie ihre ganze Wirkung.

Er wolle "noch einmal darüber schlafen", ob er die Einigung mittrage, hatte der "Donaukurier" den CSU-Vize zitiert. Als er jedoch heute zur Vorstandssitzung der CSU in München kam, schwieg er.

Dem Blatt zufolge erwägt Seehofer einen Rückzug von allen Ämtern. "Ich bin sehr aufgewühlt", sagte der 55-Jährige laut "Donaukurier".

Seehofer gilt als schärfster Kritiker des von der CDU betriebenen Prämienmodells. In den vergangenen Wochen hatte er im internen Streit allerdings Zurückhaltung geübt.

Aus CSU-Kreisen in München wurde gegenüber SPIEGEL ONLINE am frühen Nachmittag eine ewtaige Rückzugsabsicht des CSU-Politikers nicht bestätigt. Seehofer habe in kleiner Runde am Rande der Vorstandssitzung allerdings erklärt: "Ich kann den Kompromiss noch nicht mittragen."

Gegenüber dem "Donaukurier", seiner Heimatzeitung, legte Seehofer am Montag noch einmal nach. Das sei "vielleicht die schwierigste Entscheidung meiner politischen Karriere". Dafür werde er allerdings nicht sehr lange brauchen. "Lassen Sie mir einfach Zeit zum Luftholen und Nachdenken", zitierte ihn das Blatt.

Am Nachmittag stimmte dann der CSU-Vorstand über den Gesundheitskompromiss ab. Das Votum sei einstimmig ausgefallen, hieß es gegenüber SPIEGEL ONLINE aus CSU-Kreisen. Allerdings: Seehofer war im entscheidenden Augenblick nicht mehr dabei. Er sei vor der Abstimmung gegangen, verlautete in München.

Severin Weiland