Demonstrationen Friedliche Proteste gegen US-Angriffe
Einige hundert Menschen haben am Sonntagabend in mehreren deutschen Städten spontan gegen die US-Militäraktion demonstriert. Etwa hundert Menschen hätten sich in Köln versammelt und Kerzen vor dem Amerikahaus aufgestellt, berichtete die Polizei. Auch in Bonn seien etwa hundert Demonstranten durch die Straßen gezogen, in Münster und Dresden seien jeweils rund 50 Menschen zusammengekommen.
In Hamburg hatten sich am späten Abend zunächst rund 25 Anhänger der linken Szene vor dem alternativen Veranstaltungszentrum "Rote Flora" im Schanzenviertel versammelt. Anschließend sei die Menge auf ihrem Weg in Richtung Altona auf rund hundert Menschen angewachsen, berichtete ein Sprecher. Die Demonstration sei "vollkommen friedlich" verlaufen.
Rund 100 Rechtsextreme unter Führung des NPD-Anwaltes Horst Mahler zogen durch Berlin. Die Demonstration war nach den Angriffen auf Afghanistan am Sonntagabend erst kurz vor 21.00 Uhr angemeldet worden, berichtete die Polizei. NPD-Anwalt Mahler hatte die Attentate in New York und Washington, die offenbar von Anhängern des als Top-Terroristen gesuchten Osama bin Laden verübt wurden, vor kurzem als "eminent wirksam und damit rechtens" begrüßt.
Friedensbewegung ruft zu Großkundgebungen auf
Die Deutsche Friedensbewegung hat nach den Militärschlägen in Afghanistan zu Großkundgebungen am Samstag in Berlin und Stuttgart aufgerufen. Am Montag bereits solle es zu Protesten in vielen deutschen Städten kommen, sagte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, Peter Strutynski, in Kassel. Die Koordinierungsstelle der Friedensbewegung kritisierte die Militärschläge heftig. Zu befürchten sei, dass die Spirale aus Terror und Krieg immer weiter gedreht werde.