Deutsche Geiseln Warten auf ein Lebenszeichen
Berlin - "Leider kann ich Ihnen dazu keine Neuigkeiten mitteilen", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier heute vor Journalisten über den Stand der Freilassungsbemühungen. Die Regierung setze weiterhin unvermindert alles daran, die beiden Ingenieure aus Sachsen gesund freizubekommen. "Aber wir sind noch keine entscheidenden Schritte weiter." Zuvor hatte Steinmeier gesagt, dass die deutschen Behörden noch keinen Kontakt zu den Geiselnehmern herstellen konnten.
Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler, bot der Bundesregierung Hilfe an. "Wir haben vielleicht Möglichkeiten, die andere nicht haben. Dazu sind wir bereit", sagte Köhler in Eschweiler der Nachrichtenagentur dpa.
Köhler zeigte sich erstaunt, dass es keinen Kontakt zwischen deutschen Behörden und Entführern gibt: "Verwunderlich ist es schon, dass die Bundesregierung mit all ihren Diensten und einem Krisenstab, der hervorragend gearbeitet hat, das nicht geschafft hat."
Am Abend war nach dem traditionellen Montagsgebet in Leipzig eine weitere Mahnwache vor der Nikolaikirche als Zeichen der Solidarität mit den Geiseln und deren Angehörigen geplant.
Die aus dem Raum Leipzig stammenden Ingenieure Thomas Nitzschke und Rene Bräunlich waren am 24. Januar verschleppt worden. Das letzte Lebenszeichen von ihnen war am Dienstagabend verbreitet worden. In einem über den arabischen Nachrichtensender al-Dschasira veröffentlichten Video hatten die Entführer mit dem Tod ihrer Geiseln gedroht und der Bundesregierung eine Frist von 72 Stunden gesetzt, ihre Forderungen zu erfüllen. Sie verlangen, dass die Bundesrepublik ihre Kontakte zum Irak abbricht und ihre Botschaft in Bagdad schließt. Das letzte Video war auf den 29. Januar datiert.
als/reuters/dpa