Druckindustrie Einigung nach nächtlicher Marathonsitzung
Frankfurt/Main - Nach einem nächtelangen Verhandlungsmarathon einigten sich die Delegationen der Industriegewerkschaft Medien und der Arbeitgeber am frühen Donnerstagmorgen auf zweistufige Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie eine Regelung zur Altersteilzeit. Danach erhalten die rund 300.000 Beschäftigten der Branche in Westdeutschland rückwirkend zum 1. April Einkommensanhebungen um drei Prozent, am 1. Juni nächsten Jahres um weitere 2,5 Prozent.
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt zwei Jahre und endet somit am 31. März 2002. Einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit haben nach der Vereinbarung der Gewerkschaft mit dem Bundesverband der Druckindustrie nur die im Nacht- und Wechselschichtdienst Beschäftigten. Für alle anderen Mitarbeiter der Branche kann sie nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Weiter wurde vereinbart, dass alle Auszubildenden eine Garantie auf Übernahme in feste Anstellungsverhältnisse für ein Jahr erhalten.
Der Sprecher der IG Medien, Henrik Müller, erklärte auf Anfrage, die Gewerkschaft werde den Abschluss nur unter der Voraussetzung billigen, dass er in vollem Umfang auch auf die neuen Bundesländer übertragen werde. Während bislang immer eine Tarifeinheit für West- und Ostdeutschland bestanden habe, hätten die Arbeitgeber in den neuen Ländern diesmal dem Bundesverband Druck das Verhandlungsmandat entzogen.
Wegen der vorausgegangenen Warnstreiks waren auch am Donnerstag viele Zeitungen in Deutschland nur in verringertem Umfang oder gar nicht erschienen.