Ehemaliger Reichspräsident Hindenburg wird von Berlins Ehrenbürgerliste gestrichen
Paul von Hindenburg (r.) schüttelt Adolf Hitler die Hand (Bild von 1934)
Foto: Hulton Archive/ Getty ImagesAn diesem Donnerstag ist die Machtergreifung der Nationalsozialisten genau 87 Jahre her. Entscheidenden Anteil daran hatte der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg. Am 20. April 1933 war er - am gleichen Tag wie Adolf Hitler - dafür Ehrenbürger Berlins geworden. Die deutsche Hauptstadt revidiert nun die Entscheidung: Hindenburg wird von der Ehrenbürgerliste Berlins gestrichen.
Das hat das das Abgeordnetenhaus mit der Mehrheit von Rot-Rot-Grün bei seiner Plenarsitzung beschlossen. Regina Kittler (Linke) erinnerte daran, dass Hindenburg Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler berufen habe. Er habe dazu beigetragen, die Demokratie in Deutschland zu zerstören und der Diktatur den Weg zu ebnen. "Die Zeit, in der wir leben, erfordert wieder ein Aufstehen für Demokratie", sagte Kittler. "Das schließt die konsequente Verurteilung von Tätern ein. Und Hindenburg war Täter."
Robbin Juhnke von der CDU lehnte diese "ahistorische Sichtweise" auf Hindenburg ab. Hindenburg sei zweimal in freier Wahl zum Reichspräsidenten gewählt worden, beim zweiten Mal mit Unterstützung der SPD. Er sei zwar eine historisch umstrittene Figur, es sei aber falsch, ihm die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.
Hitler war die Ehrenbürgerschaft Berlins bereits 1948 entzogen worden.
Korrektur: In einer früheren Version hieß es, Hindenburg sei Reichskanzler gewesen.