"Ein Geschenk Gaddafis": La-Belle-Angestellter legt Teilgeständnis ab - DER SPIEGEL
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"Ein Geschenk Gaddafis" La-Belle-Angestellter legt Teilgeständnis ab

Das Attentat auf die Berliner Diskothek "La Belle" vom 5. April 1986 mit drei Toten und über 200 Verletzten war ein libyscher Vergeltungsschlag gegen die USA. Das hat jetzt - zweieinhalb Jahre nach Prozessbeginn - einer der fünf Angeklagten ausgesagt.
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Berlin - Der gebürtige Palästinenser Ali Chanaa legte das Teilgeständnis vor dem Berliner Landgericht ab. Laut Chanaa hätte die Staatssicherheit der DDR das Attentat auf die von vielen US-Soldaten besuchte Diskothek verhindern können. Er habe Ost-Berlin mehrere Stunden vor der Explosion informiert, gab der 41-Jährige zu Protokoll.

Chanaa sagte, die Bombe sei in seinem Beisein von zwei der Angeklagten zusammengebaut worden. Der staatenlose Palästinenser Yasser Chraidi habe den Sprengstoff besorgt, der Libyer Musbah Abulgasem Eter den Zeitzünder. Beim Bau der Bombe habe Eter gesagt: "Dies ist die Antwort für die Amerikaner, ein Geschenk von Gaddafi an Reagan." Die beiden deutschen Frauen, die sich neben den drei Männern verantworten müssen, hätten die Bombe dann in die Diskothek gebracht. Chanaa sagte, dass jedoch nur seine damalige Ehefrau Verena Chanaa von den Attentatsplänen gewusst habe. Sie habe den Zeitzünder aktiviert.

Im Prozess um Mord und Beihilfe zum Mord hatte bislang nur Eter Angaben gemacht, dabei aber ein früheres Geständnis widerrufen. Chanaa will sich unter dem Eindruck der in den letzten Wochen vor Gericht befragten Opfer zu einer umfassenden Aussage entschlossen haben.

Laut Anklage wurde das Attentat im Auftrag des libyschen Geheimdienstes verübt. Der Anschlag galt als Reaktion Libyens auf die Versenkung libyscher Kriegsschiffe durch US-Kampfflugzeuge. Als Vergeltung für den Berliner Anschlag hatten die USA 1986 die libysche Hauptstadt Tripolis und die Hafenstadt Bengasi bombardiert.