Einheitsfeier: Kohl wird keine Rede halten - DER SPIEGEL
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Einheitsfeier Kohl wird keine Rede halten

Altkanzler Helmut Kohl wird bei der Feier zur Deutschen Einheit nicht sprechen. Gastgeber Sachsen rechtfertigt dies mit der Tradition ausländischer Gastredner.
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Dresden - In den vergangenen Jahren seien etwa Romano Prodi, Vaclav Havel, Gyula Horn oder George Bush die Hauptredner gewesen, sagte Regierungssprecher Michael Sagurna der "Berliner Morgenpost". In diesem Jahr sei Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac eingeladen worden.

Außerdem würden der Bundespräsident und der Bundesratspräsident sprechen. Anlässlich des zehnten Jahrestages sei zusätzlich der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière als Redner vorgesehen. Dies sei aber eine Sonderregelung. Sachsen richtet in diesem Jahr die Feiern zur Deutschen Wiedervereinigung vom 3. Oktober 1990 aus.

Sagurna bestätigte auch, dass Kohl sowohl als früherer Kanzler wie auch als Bundestagsabgeordneter eine Einladung zur Feier erhalten habe. Darüber hinaus habe Ministerpräsident Kurt Biedenkopf Kohl in einem persönlichen Brief zum Ausdruck gebracht, dass er sich über seine Teilnahme an der Feier freuen würde. Kohls Büro teilte nach Angaben der "Berliner Morgenpost" mit, dass der Altbundeskanzler Ende August nach seinem Urlaub darüber entscheiden werde, ob er an den Feiern in Dresden teilnimmt. Sagurna wies darauf hin, dass zum jetzigen Zeitpunkt weder eine Zusage noch eine Absage von Kohl vorliege.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktionen im Bundestag, Eckart von Klaeden (CDU), sagte der Zeitung, dass er sich eine Einheitsfeier ohne Kohl nicht vorstellen könne. Die historische Leistung sei unabhängig davon zu sehen, dass Kohl in die CDU-Spendenaffäre verwickelt sei. Der SPD-Obmann im Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages, Frank Hofmann, stellte hingegen klar, dass es eine verfehlte Botschaft wäre, wenn ein ehemaliger Bundeskanzler, der ein persönliches Ehrenwort über die Verfassung stelle, bei der Einheitsfeier reden würde.