Elf-Affäre: Sirven im Gefängnis - DER SPIEGEL
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Elf-Affäre Sirven im Gefängnis

Wenige Stunden nach seiner Auslieferung ist Alfred Sirven in Frankreich verhaftet worden. Der frühere Elf-Manager wurde zuvor intensiv verhört.
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Paris - Nach der stundenlangem Befragung durch mehrere Untersuchungsrichter wurde Finanzjongleur Sirven ins Pariser Sante-Gefängnis gebracht. Der unter Korruptionsverdacht stehende Franzose gilt als Schlüsselfigur bei den Schmiergeld-Skandalen des französischen Mineralölkonzerns Elf Aquitaine (heute: TotalFinaElf), zu denen auch die Begleitumstände beim Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie 1992 zählen. Sirven war erst am Dienstagabend nach dreitägiger Haft in Deutschland auf dem Militärflughafen Villacoublay bei Paris eingetroffen.

Für den 74-Jährigen, der bisher als Frankreichs meistgesuchter Mann galt, ging damit eine gut dreijährige Flucht zu Ende. Sirven war am Samstag nach seiner Festnahme auf den Philippinen bei einer Zwischenlandung auf dem Weg nach Paris in Frankfurt gelandet. Die deutsche Justiz hatte ihn zunächst festgesetzt, dann aber seiner Auslieferung zugestimmt.

Wegen erhoffter Aussagen zu Schmiergeld-Zahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie an Elf im Jahr 1992 hatte sich der Bundestags-Untersuchungsausschuss zum CDU- Finanzskandal für eine Verschiebung der Auslieferung eingesetzt. Justizministerin Herta Däubler-Gmelin erklärte aber, die Bundesregierung sehe keine rechtliche Möglichkeit, Sirvens Aufenthalt in Deutschland zu verlängern. Sirven hatte zuvor dem Untersuchungsausschuss die Aussage verweigert.

Sirven war von 1989 bis 1993 bei Elf die Nummer zwei hinter dem damaligen Konzernchef Loik Le Floch-Prigent. Seit 1998 war der mit Haftbefehlen aus Frankreich und der Schweiz gesuchte Manager dann spurlos verschwunden, bis er am Freitag bei Manila aufgespürt und festgenommen wurde.

Der Bundestags-Untersuchungsausschuss will Sirven nun in Frankreich vernehmen, sagte der Vorsitzende Volker Neumann (SPD). Die französische Regierung sicherte auf Bitten von Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin am Abend zu, dem Parlamentsgremium in diesem Fall behilflich zu sein.

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