Engholm Strafantrag gegen "Focus"-Chef
Lübeck/Bonn - Wie Engholms Rechtsanwaltsbüro am Freitag in Bonn mitteilte, hat sich das Magazin zwar in elf Punkten zur strafbewehrten Unterlassung verpflichtet, aber eine Entschuldigung abgelehnt. Außerdem sei das Magazin nicht zu einem "ordentlichen Widerruf" bereit. Am Vortag hatte SPD-Generalsekretär Franz Müntefering von Chefredakteur Helmut Markwort eine Entschuldigung gefordert.
Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte den Verdacht ausgeräumt, der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende sei bei der Stasi Inoffizieller Mitarbeiter (IM) mit Decknamen "Beethoven" gewesen. "Focus" hatte berichtet, Engholm sei Anfang der siebziger Jahre bei der Stasi als IM "für besondere Aufgaben" unter der Registriernummer XV/188/71 geführt worden.
Das Anwaltsbüro stellte fest, dass "Focus nicht bereit ist, sich für die schwerwiegenden Falschbehauptungen zu entschuldigen". Daher erhebe Engholm gegen den Chefredakteur und die Autoren der Artikel Klage und stelle Strafantrag. Engholm war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.