Ergebnisse "Schwarzer Gürtel" im Süden
Frankfurt am Main - Im traditionellen Land der roten Rathäuser hat die CDU bei der hessischen Kommunalwahl in den Kreisen und kreisfreien Städten kräftig aufgeholt und den "schwarzen Gürtel" im Süden verbreitert. In acht der 21 Kreistage ist die CDU nach den ersten Trendergebnissen nun die stärkste Fraktion. Auch in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden hat die CDU die meisten Stimmen für sich gewonnen, in Kassel liegen beide großen Parteien gleich auf.
In drei Landkreisen in Südhessen und der Rhein-Main-Region hat die CDU nach Auszählung der Listenstimmen erstmals die Sozialdemokraten auf den zweiten Platz verwiesen: Im Landkreis Bergstraße kam die Union auf 43,7 Prozent, die SPD auf 39,6 Prozent. Im Rheingau-Taunus- Kreis bekam die CDU 39,7 Prozent der Stimmen und liegt damit 1,8 Punkte vor der SPD. Auch im Wetteraukreis belegt die CDU mit 41,7 Prozent nun den Spitzenplatz, die SPD folgt mit 38,2 Prozent.
In Wiesbaden und Darmstadt kehrten sich die Mehrheitsverhältnisse zwischen CDU und SPD ebenfalls um: In der Landeshauptstadt verdrängte die CDU mit 37,4 Prozent die Sozialdemokraten (34,9 Prozent) auf Platz zwei. In Darmstadt gaben 37,4 Prozent der Wähler der Union ihre Stimme, 35,5 Prozent votierten für die SPD. In Kassel gibt es mit je 36,5 Prozent für CDU und SPD ein Patt.
Ihr Spitzenergebnis erzielte die CDU im Landkreis Fulda mit 59,6 Prozent. Dort hat sie die weiterhin einzige absolute Mehrheit. Sehr stark ist die CDU auch in den Kreisen Limburg-Weilburg (47,9 Prozent) und Offenbach (46 Prozent). Den größten Sprung machte sie im Lahn-Dill-Kreis mit einem Zuwachs von 9,8 Punkten auf 36,1 Prozent.
SPD hält Kassel
Im Norden des Landes bleiben die Sozialdemokraten weiterhin stark: Die SPD steht im Landkreis Kassel mit 55,6 Prozent weiter unangefochten auf Platz eins. Dort erzielte sie mit einem Plus von 3,6 Prozentpunkten auch ihren landesweit größten Zuwachs. Im Werra-Meißner-Kreis errang die SPD die absolute Mehrheit, im Schwalm-Eder-Kreis und im Kreis Hersfeld-Rotenburg konnte sie diese verteidigen.
Die Grünen schnitten erwartungsgemäß in den Städten besonders gut ab, gaben aber im Vergleich zu 1997 Stimmen ab. Entgegen dem Trend legten sie in Kassel leicht zu. Mit einem Stimmenanteil von 16,4 Prozent ist die nordhessische Stadt nun die neue Grünen-Hochburg. In Darmstadt wählten nur noch 15 Prozent die Grünen (1997: 20,3 Prozent). Die FDP ist in Städten und Landkreisen ähnlich stark. In Wiesbaden konnten die Liberalen ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln (11,6 Prozent). In den anderen Städten bewegen sie sich um die fünf Prozent. In 15 Kreisen blieb die FDP unter fünf Prozent.
Die Freien Wählergruppen bekommen vor allem in ländlichen Gebieten Zulauf. In drei Landkreisen (Odenwaldkreis, Lahn-Dill-Kreis, Waldeck-Frankenberg) kamen sie über zehn Prozent. Die Republikaner blieben mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Offenbach (5,2 Prozent) überall dort, wo sie angetreten waren, unter fünf Prozent. Besonders hoch waren ihre Verluste im Kreis Waldeck-Frankenberg, wo sie von 9 auf 3,5 Prozent sackten, und im Main-Kinzig-Kreis, wo sich ihr Stimmenanteil von 10,2 auf 4,9 Prozent halbierte.