Experten Gesundheitssystem zu teuer
Berlin - Das deutsche Gesundheitssystem ist nach Ansicht des Sachverständigenrats für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen gemessen an seiner Qualität zu teuer. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das neue Gutachten der "Gesundheits-Weisen", das Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vorstellte.
Im weltweiten Vergleich liege das deutsche System bezüglich der Lebenserwartung oder der Versorgungsqualität "im gehobenen Mittelfeld", zitiert die Zeitung aus dem Papier. Dafür werde aber ein "unverhältnismäßig hoher Mittelaufwand benötigt". Deshalb gebe es zumindest theoretisch ein "beachtliches Rationalisierungspotenzial". Die "Gesundheits-Weisen" erstellen die Gutachten im Auftrag des Gesundheitsministeriums. Die darin unterbreiteten Vorschläge haben keinerlei bindende Wirkung für die Politik.
Die Fachleute fordern in dem Papier außerdem verpflichtende Weiterbildungen für Mediziner. Ärzte sollen im Abstand von mehreren Jahren eine Prüfung ablegen, um ihre Anerkennung zu behalten. In dem Gutachten wird auch eine grundsätzliche Reform des Medizinstudiums gefordert. Neben "rein naturwissenschaftlichem Detailwissen" seien auch Fächer wie Ethik in der Medizin oder Managementtechniken notwendig. Bemängelt werden fehlende Transparenz und Qualitätskontrollen. Die Experten sprechen sich auch für mehr Wettbewerb aus.
Das Gremium erstellte erstmals ein Gutachten unter der rot-grünen Regierungskoalition. Das letzte Papier stammt aus dem Jahre 1997.