Experten Risiko auch bei Öko-Fleisch
München - Auch Öko-Fleisch birgt nach Ansicht von Experten ein BSE-Risiko. Die Gefahr der Verseuchung sei allerdings geringer als bei konventionellen Produkte, erklärten Wissenschaftler der Tierärztlichen Fakultät der Universität München. Tierzucht-Professor Martin Förster warnte Ökobauern und Politiker davor, den Verbrauchern BSE-Unbedenklichkeit im kontrolliert ökologischen Landbau vorzutäuschen. Auf diese Weise würden sie deren Vertrauen missbrauchen.
Im klassischen Öko-Landbau würden als organische Düngemittel Blut-, Fleisch- und Knochenmehle eingesetzt, bei denen ein BSE-Risiko nicht ausgeschlossen werde, erklärte Förster. Ein sporadisches und erbliches Auftreten von BSE sei überdies bei allen Rindern möglich.
Der Lebensmittelexperte der Universität, Andreas Stolle, sagte: "Den Traum von der garantierten BSE-Freiheit im Ökolandbau stelle ich in Abrede." Allgemein sei schieres Muskelfleisch von Rindern unbedenklich. Noch sicherer sei Kalbfleisch, weil der Krankheitserreger bei Jungtieren höchstens in geringen Mengen vorhanden sei, erklärte Stolle: "Ganz unbedenklich ist Kalbfleisch aus Mutterkuhhaltungen." Auch Schweinefleisch, Geflügel und Fisch könnten problemlos gegessen werden.