Fall Kaplan Prediger beantragt neue Duldung
Köln - Die Stadt Köln teilte heute mit, die Anwältin Kaplans habe gegen 13.00 Uhr einen entsprechenden Antrag beim Ausländeramt gestellt. Die Stadt habe Kaplan daraufhin für kommenden Dienstag offiziell vorgeladen.
Wie eine Sprecherin der Stadt erklärte, war die Duldung Kaplans aufgehoben, nachdem nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster am Mittwoch die Abschiebungsanordnung zugestellt worden war.
Da aber das Verwaltungsgericht Köln inzwischen einen mindestens zweimonatigen Abschiebestopp verfügt habe, müsse die Stadt dem 51-Jährigen eine neue Duldung aussprechen.
Nach Angaben seiner Anwältin hält sich Kaplan in Köln auf. Er werde sich sich Anfang nächster Woche ordnungsgemäß bei der Polizei melden, kündigte die Anwältin mit Blick auf dessen Auflagen an. Der nach ihrer Darstellung schwer krebskranke Kaplan werde "sich persönlich melden, oder ein neues ärztliches Attest vorlegen". Den Auflagen zufolge darf der selbst ernannte "Kalif von Köln" die Stadt nicht verlassen und muss sich turnusmäßig am kommenden Dienstag bei der Polizeiwache in Köln-Chorweiler melden.
Die Polizei hatte Kaplan am Mittwoch nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts nicht in seiner Wohnung angetroffen. "Er hat einen Besuch gemacht", erklärte die Anwältin seine Abwesenheit.