Familienpolitik: Schröder stoppt Ausbau des Elterngeldes - DER SPIEGEL
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Familienpolitik Schröder stoppt Ausbau des Elterngeldes

Viele Väter und Mütter haben vergeblich gehofft: Familienministerin Schröder hat ihre Pläne für eine Verbesserung des Elterngeldes gestoppt. Grund seien finanzielle Erwägungen, sagte ein Ministeriumssprecher laut einem Zeitungsbericht.
Familienministerin Schröder: Keine Verbesserung des Elterngeldes
Familienministerin Schröder: Keine Verbesserung des Elterngeldes

Familienministerin Schröder: Keine Verbesserung des Elterngeldes

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS
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Berlin/München - Eine längere Babypause mit Geld vom Staat? Daraus wird vorerst nichts. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Pläne zur Verbesserung des Elterngeldes gestoppt.

Ihr parlamentarischer Staatssekretär Hermann Kues sagte im Familienausschuss des Bundestags nach Angaben von Abgeordneten, bei diesem Thema seien keine Veränderungen zu erwarten. Ein Ministeriumssprecher bestätigte der "Süddeutschen Zeitung", dass entgegen den Ankündigungen im Koalitionsvertrag "eine Weiterentwicklung des Elterngeldes im Moment aus finanziellen Gründen nicht darstellbar" sei.

Eine Sprecherin des Ministeriums betonte am Montag, man halte weiter an den Plänen des Koalitionsvertrages fest. Die Verbesserung des Elterngeldes stehe "aber unter Finanzierungsvorbehalt".

Bisher können Eltern nach der Geburt eines Kindes maximal 14 Monate Elterngeld bekommen. Beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Partner kann mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen, zwei weitere Monate gibt es, wenn sich der Partner - meist der Vater - an der Betreuung des Kindes beteiligt und den Eltern mindestens zwei Monate Erwerbseinkommen wegfällt. Diese "Vätermonate" sollten laut Koalitionsvertrag ausgeweitet werden.

Unionsabgeordnete hatten 2009 dafür plädiert, dass aus zwei Vätermonaten vier werden sollten. Der Anspruch der Mütter wäre damit gleich geblieben; Väter hätten ihre Babypause verlängern können. Das hätte jedoch die Kosten des Elterngeldes - derzeit etwa vier Milliarden Euro jährlich - erhöht, weshalb das Familienministerium dem Blatt zufolge diesen Plan nun nicht mehr verfolgt.

Das Statistische Bundesamt stellt der Zeitung zufolge in einer neuen Berechnung fest, dass derzeit fast 24 Prozent aller Väter nach Geburt eines Babys kurzzeitig aus dem Job aussteigen. Die aktuellen Zahlen weisen für die Länder Bayern, Berlin und Sachsen sogar eine Quote von etwa 30 Prozent aus.

hen/dpa/dapd