FDP Auf einmal hat Gerhardt nur noch Freunde
Berlin - "Wenn wir jetzt in eigener Blödheit eine Personaldebatte führen, kann uns das bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen schaden", sagte Döring der Zeitung "Die Welt". Auf dem Sonderparteitag des hessischen Landesverbandes habe Parteichef Wolfgang Gerhardt die Meinung des gesamten Präsidiums vertreten. Es wäre deshalb "eine Riesensauerei", sagte Döring, wenn nun jemand aus dem Präsidium Gerhardt deswegen kritisieren würde.
Gerhardt hatte eine Niederlage erlitten, als die hessischen Delegierten entgegen seiner ausdrücklichen Aufforderung gegen den Rücktritt von CDU-Ministerpräsident Roland Koch stimmten. Döring sagte, diese Niederlage werde Gerhardt nur dann nicht schwächen, wenn ihn die Landesparteichefin Ruth Wagner künftig wieder unterstütze. Trotzdem sei er mit dem Ergebnis des Parteitags, an Koch festzuhalten, "nicht glücklich".
Der FDP-Chef erlebt in diesen Tagen eine Welle nicht gekannter Unterstützung. Neben den Loyalitätsschwüren von Vize Rainer Brüderle und Generalsekretär Guido Westerwelle hagelt es auch aus den Landesverbänden Glückwünsche: Selbst Gerhardt-Gegner wie Jürgen Möllemann und Wolfgang Kubicki schlagen dem Bundesvorsitzenden anerkennend auf die Schulter.
Auch Gerhardts Vorgänger, der frühere Außenminister Klaus Kinkel, erklärte sich ohne Einschränkung solidarisch mit ihm. Er betonte, wenn jemand beschädigt sein sollte, seien dies gemeinsam "das Präsidium, der Bundesvorstand und der überwiegende Teil der FDP einschließlich ihres Vorsitzenden".