FDP-Bundesvorsitz Was will Westerwelle?
Stuttgart - "Ich gehe davon aus, dass wir morgen oder übermorgen Klarheit haben, dafür gibt es eindeutige Signale", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Walter Döring. Westerwelle und der FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhardt wollten an diesem Mittwoch oder Donnerstag über dieses Thema sprechen, sagte der baden-württembergische FDP-Landeschef Döring. Gerhardt hatte zum Jahreswechsel den eigenen Führungsanspruch bekräftigt und eine Klärung vor dem Dreikönigstreffen der FDP vom 4. bis 6. Januar in Stuttgart verlangt. Wie der Berliner "Tagesspiegel" schreibt, legte Gerhardt in einem Schreiben an die Funktionäre der Partei jetzt Leitlinien für die Zeit bis zur Bundestagswahl im Jahr 2002 vor. Der FDP-Vorsitzende wird beim Bundesparteitag (4. bis 6. Mai) in Düsseldorf gewählt.
Von einer weiteren Personaldiskussion riet Döring mit Blick auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am 25. März ab. Er glaube, dass alle Beteiligten Interesse an Wahlerfolgen hätten. Die FDP strebe in ihrem Stammland im Südwesten ein zweistelliges Ergebnis an, sagte Döring. Er selbst werde eine deutliche Koalitionsaussage zu Gunsten der CDU treffen.
Zur Kritik des nordrhein-westfälischen FDP-Chefs Jürgen Möllemann an Gerhardt sagte Döring, wenn die Wahlen für die FDP gut liefen, werde es schwierig, Gerhardt Erfolglosigkeit nachzusagen. Möllemann hatte den "Stuttgarter Nachrichten" gesagt, Gerhardt trage die Verantwortung dafür, dass sich die FDP laut Meinungsumfragen bei fünf Prozent bewege.
Auch Möllemanns Idee, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen, erteilte Döring eine Absage. Man müsse aufpassen, "dass die Stufe zur Lächerlichkeit nicht überschritten wird".