FDP Genscher im Rollstuhl in der Parteizentrale
Ex-Außenminister Genscher: "Ganz neues Gefühl"
Foto: Wolfgang Kumm/ dpaDer ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher ist jetzt mit einem Rollstuhl unterwegs. Bei einem Auftritt in der FDP-Zentrale in Berlin scherzte der Ehrenvorsitzende der Freidemokraten: "Das ist ein ganz neues Gefühl, in das Thomas-Dehler-Haus hineingerollt zu werden." Eine Rede zum 25-jährigen Bestehen des Zwei-plus-Vier-Vertrags zur deutschen Einheit hielt er im Sitzen. Für ein Bild mit dem amtierenden FDP-Chef Christian Lindner stand Genscher aber kurz auf.
Nach Angaben aus seiner Umgebung ist der langjährige Außenminister nicht dauernd auf den Rollstuhl angewiesen, nutzt ihn nach einem längeren Krankenhausaufenthalt aber schon seit mehreren Wochen. Auch bei den Festspielen in Bayreuth Ende Juli hatte sich der 88-Jährige bereits im Rollstuhl gezeigt.
Genscher war einer der Unterzeichner des Zwei-plus-Vier-Vertrags, der internationalen Grundlage für die deutsche Wiedervereinigung. Der Vertrag wurde am 12. September 1990 in Moskau unterzeichnet. Am Freitag findet dazu im Auswärtigen Amt eine Feier statt. Dazu werden neben Genscher auch der ehemalige DDR-Außenminister Markus Meckel und Frankreichs ehemaliger Chefdiplomat Roland Dumas erwartet.
In seiner Rede mahnte Genscher neue internationale Anstrengungen zur kompletten Abschaffung von Atomwaffen an. "Macht endlich Schluss mit den Atomwaffen", sagte der Liberale. "Es wird immer schwerer zu verhindern, dass diese Waffen in fremde Hände geraten. Noch ist Zeit, aber nicht mehr lange."