FDP Parteiführung auf Abruf?
Stuttgart/Berlin - Im Südwestfernsehen sagte Döring, wenn die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verloren gingen, müsse sich die FDP "völlig neue Gedanken machen". Sowohl Parteichef Gerhardt als auch die gesamte Führungsriege stünden dann auf Abruf.
Nach Worten von Parteichef Wolfgang Gerhardt muss die FDP im Jahr 2000 durch klare Ziele und organisatorische Geschlossenheit zum Erfolg kommen. Gerhardt sagte dem Berliner "Tagesspiegel", 1999 sei ein schwieriges Jahr gewesen. "Wenn man sich in einem Fünf-Parteien-System als Opposition behaupten will, muss man noch deutlicher, noch klarer, noch präziser reden, kein Blatt vor den Mund nehmen und sein politisches Credo laut erschallen lassen."
Zu den gemeinsam mit der CDU angestrebten Regierungswechseln bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sagte Gerhardt, gemeinsame Machtperspektiven seien wichtig. Daran orientierten sich die Wähler. "Aber politische Grundsätze sind ebenso bedeutsam." Die Koalitionsaussage zu Gunsten der CDU in Kiel sei richtig. Gerhardt zeigte sich überzeugt, dass die FDP, die derzeit vier Sitze im Kieler Landtag hat, am 27. Februar zulegen und einen Machtwechsel ermöglichen werde.
Bei der Kundgebung im Württembergischen Staatstheater wollen die Liberalen ihre Position im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen neu bestimmen. Mit Spannung werden die Reden des FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt und von Generalsekretär Guido Westerwelle erwartet. Beiden Politikern war in den vergangenen Wochen mehrfach aus den eigenen Reihen mangelnde Führung vorgeworfen worden. Ferner sind als Redner aus Baden-Württemberg FDP-Landeschef und Wirtschaftsminister Walter Döring und Justizminister Ulrich Goll vorgesehen.