FDP: "Spaßpartei" mit Wirtschaftskompetenz - DER SPIEGEL
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FDP "Spaßpartei" mit Wirtschaftskompetenz

Mehr als vier Jahrzehnte lang war die FDP unbestritten dritte Kraft unter den Parteien der Bundesrepublik Deutschland und hat viele Jahre als Partner sowohl der Unionsparteien als auch der SPD im Bund mitregiert.
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Bedeutende Liberale haben die Geschichte Deutschlands mitgeprägt. Unter ihnen sind der erste Bundespräsident Theodor Heuss, Walter Scheel, Bundesaußenminister in der sozialliberalen Koalition und später gleichfalls Bundespräsident, sowie Hans-Dietrich Genscher - zunächst Bundesinnenminister und dann langjähriger Außenminister unter den Bundeskanzlern Helmut Schmidt (SPD) und Helmut Kohl (CDU).

Für die linksliberale Ausrichtung der Partei in den späten Sechzigern und in den siebziger Jahren (Freiburger Thesen) steht vor allem der frühere FDP-Generalsekretär Karl-Hermann Flach. Als Partei der Wirtschaft profilierte sie sich unter ihrem früheren Parteichef und Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff.

Die 1948 in Heppenheim gegründete Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP) beruft sich in ihrer Tradition auf den politischen Liberalismus des 19. Jahrhunderts. Heute verleugnet die Partei nicht, dass ihre Geschichte auch von Spannungen zwischen Links- und Nationalliberalen geprägt war. Dies hat ihr die unterschiedlichsten Charakterisierungen eingebracht: Sie wurde als Wende- oder "Umfaller"-Partei, Partei der Besserverdienenden und zuletzt als "Spaßpartei" bezeichnet.

Seit Anfang der neunziger Jahre musste die FDP bei Wahlen massive Einbußen hinnehmen. Unter dem Vorsitz von Guido Westerwelle hat sie neues Vertrauen geschöpft und strebt bei der Bundestagswahl 18 Prozent an. Nach dem überraschend guten Ergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom April diesen Jahres (13,3 Prozent) ist die heute rund 65.000 Mitglieder zählende FDP in acht der 16 Landtage vertreten. In fünf Bundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Sachsen-Anhalt) ist sie an der Regierung beteiligt.

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