FDP Westerwelle flirtet mit der SPD
Berlin - In einem Gespräch mit der Berliner Tageszeitung "Die Welt" empfahl Westerwelle, seiner Partei, sich zur SPD hin zu öffnen. "Unser Ziel ist es, im Westen die Grünen und im Osten die PDS aus der Verantwortung zu drängen."
Dies gehe nur, wenn die FDP "von Fall zu Fall" auch mit der SPD zusammenarbeite. Er empfehle aber nicht, ins SPD-Lager zu wechseln. Es gehe ihm nicht um Koalitionen 2002, sondern um Optionen, sagte Westerwelle. Der "Magdeburger Volksstimme" sagte er, zweistellige Wahlergebnisse seien für die FDP realistisch. "Die FDP ist auf dem Weg zur Bürgerpartei".
Die immer noch andauernde Personaldebatte um FDP-Chef Wolfgang Gerhardt erklärte Westerwelle in den Interviews für beendet. In jeder Familie gebe es Auseinandersetzungen. "Die sind bei uns geklärt." Auf dem bevorstehenden Parteitag in Nürnberg werde man keine Personaldebatten führen, sagte Westerwelle.
Die hessische FDP-Chefin Ruth Wagner forderte Gerhardt auf, seinen Gegnern beim Parteitag in der kommenden Woche entschieden entgegen zu treten: "Er hat angekündigt, mit seinen Kritikern Fraktur zu reden. Das muss er auch tun", sagte Wagner. Sie warf Gerhardts Kritikern vor, die Schuld für frühere Niederlagen dem Bundesvorsitzenden zugeschoben zu haben, die jüngsten Wahlerfolge aber für sich selbst zu reklamieren: "Es gibt Liberale, die können weder verlieren noch gewinnen."