Fleischindustrie: Kein Platz mehr für BSE-Kadaver - DER SPIEGEL
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Fleischindustrie Kein Platz mehr für BSE-Kadaver

Die Fleischindustrie wird mit den notwendigen Massenschlachtungen nicht mehr fertig. Mancherorts fehlt die Kapazität, anderswo verweigern sich Unternehmen aus Angst vor Imageschäden.
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Hamburg - Die Tötung von Rinderherden nach einem BSE-Fall stellt die Betroffenen vor immer größere Probleme. In Sachsen-Anhalt konnten bislang nur 350 der 1000 Tiere einer Herde aus Mücheln getötet werden. Am Montag musste die Keulung des Bestands wegen Kapazitätsproblemen der Tierkörperbeseitigungsanstalt in Genthin ausgesetzt werden. Die Kadaver werden nach Angaben des Krisenstabs als belastetes Material eingestuft und müssen deswegen streng getrennt von den normalen Tierkörpern beseitigt werden. Zugleich müssen die restlichen Tiere der Herde weiter gefüttert werden. Die Milch der Kühe muss abgepumpt und vernichtet werden.

Schwierigkeiten mit der Entsorgung gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern. Weil sich dort kein Schlachthof für die Tötung von 230 Tieren einer von BSE betroffenen Herde aus Groß Nemerow gefunden hat, sollen die Tiere nun in einem stillgelegten Schlachthof im Land Brandenburg getötet werden, hieß es in Neustrelitz.

Auch in Niedersachsen gibt es inzwischen Probleme, Unternehmen für die amtlich angeordneten vorsorglichen Keulungen zu finden. Transporteure und Schlachthöfe fürchteten Ansehens-Verluste bei den Landwirten, hieß es. Die 288 Rinder einer Herde in Apen werden voraussichtlich erst Anfang nächster Woche zur Tötung weggeschafft.

Am Wochenende war der Beginn der bundesweit bislang größten Tötung einer Rinderherde wegen BSE in Mücheln von massiven Bauern-Protesten, Blockaden und tumultartigen Szenen begleitet worden. Am Montag gab es auch in Schleswig-Holstein Proteste, wo aufgebrachte Bauern den Abtransport von Rindern in Nordhastedt blockierten.

In Bremen wurde am Montagmittag eine Demonstration von mehr als 1000 Landwirten anlässlich der Sonderkonferenz zur BSE-Krise erwartet. Nach Angaben des Niedersächsischen Landvolkverbandes wollten die Bauern eine Resolution übergeben, in der sie den unverzüglichen Start der von der EU genehmigten Herauskaufaktion von 400 000 Rindern in Deutschland fordern.

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