Hausmitteilung Flucht, Adoption, Pflege, Dein SPIEGEL
Flucht
Im Mai 2022 beschrieb SPIEGEL-Redakteur Jürgen Dahlkamp die Fahrt eines Kurden in den Tod. Der Mann wollte nach Deutschland, war aber unterwegs in einem Transporter gestorben. Kurz danach bekam Dahlkamp ein Angebot, das man als Journalist nur selten bekommt: ein internationales Ermittlerteam zu begleiten, das auf der Spur eines der größten Schleusernetzwerke der Balkanroute war. Die Jagd galt einer mutmaßlichen Bande, die in den folgenden Monaten offenbar Tausende von Kurden nach Deutschland brachte. Dahlkamp beobachtete die Arbeit der Fahnder in Deutschland, Österreich und Rumänien. Sie hielten ihn auf dem Laufenden über ihre Fortschritte, und sie teilten ihren Frust, wenn sich Hoffnungen auf einen großen Schlag nicht erfüllten. Zwar wurde ein Hauptverdächtiger in Essen festgenommen, die mutmaßlichen Köpfe in der Türkei können aber weitermachen. »Der Fall zeigt, wie moderne Polizeiarbeit läuft, gleichzeitig aber auch, dass nicht nur die Fahnder, sondern auch die Schleuser immer professioneller werden«, sagt Dahlkamp. »Am Ende gewinnen sehr oft die Schleuser, und das mit dramatischen Folgen für die politische Kultur im Land.«
Adoption
Als SPIEGEL-Autor Jochen-Martin Gutsch und seine Frau vor sieben Jahren den Entschluss fassten, ein Kind aus dem Ausland zu adoptierten, dachten sie an zwei Dinge: die eigene Kinderlosigkeit zu überwinden. Und einem Kind ein neues Zuhause zu geben. Stattdessen begann ein komplizierter Weg voller bürokratischer Hürden und eine jahrelange Wartezeit, die bis heute anhält. Auslandsadoptionen sind in Deutschland seit Jahren rückläufig. Die moderne Reproduktionsmedizin bietet Paaren längst andere Möglichkeiten. Manche versuchen sich den Kinderwunsch über eine Leihmutterschaft zu erfüllen. Letzteres kam für Gutsch nicht infrage. »Ich bin aufgewachsen mit dem Bild, dass eine Adoption etwas Gutes, Hilfreiches sein kann.« Wie viel Kraft und Geduld es kostet, eine Auslandsadoption durchzuführen, beschreibt Gutsch in seiner sehr persönlichen Geschichte. Wobei Geduld nicht das Wichtigste sei. »Vor allem braucht man Humor. Sonst erträgt man den Irrwitz und das Warten nicht«, meint Gutsch.
Pflege
Roboter können Rasen mähen und Kühe melken – sozial kompetent waren sie bislang aber selten. Das soll sich ändern. In einem schwäbischen Altersheim ist probeweise Emma eingezogen. Ein Roboter, der sich munter mit Dementen unterhält und sich freut, wenn über seine Witze gelacht wird. SPIEGEL-Redakteurin Christine Keck hat er bei ihren Besuchen wiedererkannt und ihr ein Kompliment gemacht. »Es ist ein seltsames Gefühl, wenn sich eine Maschine an dich erinnert«, sagt sie. Nicht alle im Heim wollten sich auf die Technik einlassen, zumal der Prototyp noch Macken hat. »Vom Lötfehler bis zum mehrfachen Netzabsturz gab es alles«, so Keck. Ein bisschen Zeit zur Nachbesserung gibt es noch: Erst im nächsten Jahr will das Münchner Start-up mit Emma in Serie gehen.
»Dein SPIEGEL«
»Herr Bundespräsident, welche Sorgen haben Sie?« Das wollten Clara und Bruno, beide 13, von Frank-Walter Steinmeier wissen. Sie trafen ihn zum Interview im Schloss Bellevue. Außerdem fragten sie, wie Steinmeier schwierige Termine meistert, ob er sich bei einem Bankett schon einmal einen Teller Spaghetti Bolognese übers Hemd gekippt hat – und welchen Satz aus dem Grundgesetz er sich tätowieren lassen würde. Steinmeiers Antworten gibt es in der neuen Ausgabe von »Dein SPIEGEL«, dem Nachrichtenmagazin für Kinder. Außerdem im Heft: Wie ein Verein für mehr Spaß am Mathematikunterricht sorgen will. »Dein SPIEGEL« erscheint am kommenden Dienstag.