Flugaffäre: WestLB-Chef verweigert Aussage - DER SPIEGEL
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Flugaffäre WestLB-Chef verweigert Aussage

Mit Spannung wurde die Aussage des WestLB-Chefs vor dem Untersuchungsausschuss zur Düsseldorfer Flugaffäre erwartet. Doch dann schwieg sich Friedel Neuber aus. Er verlas lediglich eine Erklärung, in der er dem Ausschussvorsitzenden Befangenheit vorwarf.
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Düsseldorf - Der Vorstandsvorsitzende der Westdeutschen Landesbank (WestLB), Friedel Neuber, hat im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Flugaffäre die Aussage verweigert. Neuber gab lediglich eine prozessuale Erklärung ab, in der er dem Ausschussvorsitzenden Rolf Hahn (CDU) Befangenheit vorwarf. Der Ausschuss habe "einem unseriösen Zeugen Gehör gewährt", der seinen Auftritt für eine "Schmutzkampagne" gegen die WestLB genutzt habe, kritisierte Neuber.

Am vergangenen Dienstag hatte ein wegen Drogenschmuggels inhaftierter früherer Kopilot der damaligen WestLB-Flugbereitschaft von Privatflügen und Sex-Dienstleistungen in WestLB-Jets berichtet. "Wer seriös bleiben will, kann sich mit seiner Aussage nicht befassen. Ich beabsichtige dies nicht", sagte Neuber.

Zudem kritisierte der Bankchef, dass der Ausschussvorsitzende die Zeugenaussage der Piloten-Witwe Sabine Wichmann öffentlich als glaubwürdig bewertet habe. Wichmann hatte von Privatflügen von Regierungsmitgliedern in WestLB-Jets berichtet, unter anderem von einem Flug des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau an die Nordseeküste. Da Rau dies bestreitet, habe Wichmann ihn damit der Lüge bezichtigt.

Wenn "selbst das Wort eines amtierenden Bundespräsidenten für so leicht erachtet wird, dass das Wort einer unglaubwürdigen Zeugin höher bewertet wird", habe er keine Hoffnung auf eine faire Behandlung im Untersuchungsausschuss, erklärte Neuber.