Bürgermeisterwahlen in Frankfurt und Mainz: Keine klare Mehrheit
Frankfurt und Mainz Oberbürgermeister-Kandidaten müssen in die Stichwahl
Frankfurt/Mainz - Die Bürger in Frankfurt am Main und Mainz haben ihre Stimmen abgegeben - aber noch ist alles offen: Bei der Wahl zum neuen Oberbürgermeister konnte in beiden Städten keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Sie müssen sich in einer Stichwahl erneut stellen.
In Frankfurt lieferten sich Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) und der Sozialdemokrat Peter Feldmann ein unerwartetes Kopf-an-Kopf-Rennen: Rhein war in Umfragen zuvor klar als Favorit gehandelt worden. Am Sonntag erreichte er 39,1 Prozent der gültigen Stimmen. Feldmann kam aber überraschend auf 33,0 Prozent. Damit wird die Stichwahl am 25. März spannend. Petra Roth, die 17 Jahre an der Spitze der hessischen Metropole stand, war ein Jahr vor Ende ihrer Amtszeit zurückgetreten, um Rhein eine günstige Ausgangsposition zu verschaffen.
In Mainz fällt die Tendenz eindeutiger aus: Der SPD-Kandidat Michael Ebling hatte auf seiner Wahlparty schon beinahe Grund zum Jubeln. Der rheinland-pfälzische SPD-Bildungsstaatssekretär brachte es auf 40,5 Prozent der Stimmen. Bürgermeister Günter Beck von den Grünen musste sich hingegen mit 26,6 Prozent zufrieden geben. CDU-Bewerber Lukas Augustin kam auf 20,4 Prozent. Der 52-Jährige hatte im Vorfeld mit Untreuevorwürfe seines Arbeitgebers zu kämpfen, die er aber stets zurückgewiesen hatte.
In beiden Städten war die Wahlbeteiligung hoch: Bei der Oberbürgermeister-Direktwahl in Mainz haben knapp die Hälfte der Berechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Beteiligung in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt lag bei 43,4 Prozent. 2004 waren es noch 41,3 Prozent. Insgesamt waren 154.000 Bürger aufgerufen, unter acht Kandidaten einen Nachfolger des früheren Oberbürgermeisters Jens Beutel (SPD) zu wählen, der wegen drei unbezahlter Gläser Rotwein zurückgetreten war.
In Frankfurt stieg die Beteiligung im Vergleich zur letzten Oberbürgermeisterwahl vor fünf Jahren ebenfalls: Das städtische Wahlamt verzeichnete einen Anstieg von 33,6 auf 36,3 Prozent. Die rund 463.000 Stimmberechtigten in der schwarz-grün regierten Großstadt hatten die Wahl zwischen zehn Kandidaten.