Joachim Stamp NRW-Integrationsminister posiert im Gündogan-Trikot
Der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen stellt sich hinter Ilkay Gündogan. Joachim Stamp, gleichzeitig FDP-Landeschef und Integrationsminister, posiert wenige Stunden vor dem WM-Auftakt der DFB-Elf gegen Mexiko (17 Uhr, ZDF, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Facebook und Twitter demonstrativ im Nationaltrikot des gebürtigen Gelsenkircheners.
Stamp erklärt dazu ausführlich, warum er das tut: Auch er sei über das gemeinsame Foto der beiden deutschen Nationalspieler mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan enttäuscht und verärgert gewesen und habe die Aktion kritisiert, sagt der Minister. Die feindselige Reaktion der Fans gegenüber Gündogan beim Vorbereitungsspiel gegen Saudi-Arabien sei jedoch zu weit gegangen.
Warum ich heute ein Gündogan-Trikot trage? Weil er einer von uns ist und ein großartiger Spieler! Ausführlich hier https://t.co/KDDkycmIvE#GERMEX #WM2018 pic.twitter.com/yhIZUIj69G
— Joachim Stamp (@JoachimStamp) June 17, 2018
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"Diese Pfiffe im Stadion waren keine Kritik mehr, sondern grundsätzliche Ablehnung: Gegenüber einem Spieler, der sich für die deutsche Mannschaft entschieden hat, sich für Integration einsetzt - der sogar die Hymne mitsingt", kritisiert Stamp. "Es gibt in Teilen unserer Gesellschaft immer noch ein grundsätzliches Ressentiment gegenüber einer Einwanderergeneration, deren Eltern hier in härtesten Jobs, unter Tage und am Fließband malocht haben und zum Aufbau unseres gemeinsamen Wohlstands beigetragen haben."
Diese fehlende Akzeptanz erschwere jedoch für viele Einwandererfamilien die Identifikation mit Deutschland, so der FDP-Politiker. "Wir brauchen eine intensive Wertedebatte, die sich nicht nur an diejenigen richtet, die nach Deutschland kommen oder gekommen sind, sondern an die gesamte Gesellschaft", fordert Stamp. Zu dieser Debatte wolle er auch "unsere Jungs aus dem Ruhrpott, Ilkay und Mesut einladen".