Gauck reist zum Antrittsbesuch nach Israel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Antrittsbesuch Gauck reist nach Israel

Der Antrittsbesuch war schon vor dem Wirbel um das Gedicht von Günter Grass geplant: Bundespräsident Gauck reist demnächst nach Israel. Es wird erwartet, dass das Staatsoberhaupt dabei auch Vertreter der Palästinenser trifft.
Gauck: Einladung von Peres
Gauck: Einladung von Peres

Gauck: Einladung von Peres

Foto: THOMAS PETER/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Einen konkreten Zeitpunkt gibt es noch nicht, aber die Einladung von Staatspräsident Schimon Peres nimmt Joachim Gauck an. Der Bundespräsident reist zum Antrittsbesuch nach Israel.

Gauck habe die Einladung von Peres schon kurz nach seiner Wahl erhalten, teilte das Bundespräsidialamt mit. Es sei aber auch der Wunsch Gaucks gewesen, Israel zu besuchen. Das sei für den Bundespräsidenten ein "wichtiges Anliegen". Da die Planungen noch liefen, sei auch noch kein konkreter Zeitraum für den Besuch festgelegt worden.

Es wird erwartet, dass der Bundespräsident auf der Reise auch Vertreter der Palästinenser trifft. Die "Leipziger Volkszeitung" berichtete unter Berufung auf Kreise des Präsidialamtes, dass auch ein Kurzaufenthalt bei der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah vorgesehen sei. Der Sprecher wollte dazu keine Stellung nehmen.

Gauck habe Israel noch vor dem Wirbel um das Israel-kritische Gedicht des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass auf seine Reiseliste gesetzt, hieß es aus dem Bundespräsidialamt.

Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe (SPD), äußerte in der Zeitung die Hoffnung, dass Gauck mit seiner Kraft der überzeugenden Rede "rasch dafür wird sorgen können, dass in Israel Gras über Grass wächst". Linken-Fraktionschef Gregor Gysi begrüßte die Planungen für die Israel-Reise Gaucks ebenfalls. Er schlug vor, Gauck könne auch seine Bedenken zum Einreiseverbot für Grass in Israel zum Ausdruck bringen.

Am kommenden Montag und Dienstag reist Gauck zunächst nach Brüssel und Straßburg. Er besucht dort EU, Nato und das Königreich Belgien sowie das Europäische Parlament. Anfang Mai sind dann Reisen nach Schweden und in die Niederlande geplant.

Gaucks Vorgänger Christian Wulff hatte im November 2010 Israel besucht und dabei ebenfalls einen Abstecher in die palästinensischen Gebiete unternommen.

als/dpa/dapd