Generalin: "Wehrpflicht muss bestehen bleiben" - DER SPIEGEL
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Generalin "Wehrpflicht muss bestehen bleiben"

Die einzige Generalin der Bundeswehr, Generalarzt Verena von Weymarn, begrüßte das Urteil des Europäischen Gerichtshofes. In Fragen der Wehrpflicht, die auf jeden Fall bestehen bleiben müsse, Ausnahmen für Frauen zu machen, sei "nicht gut für die Truppe".
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Bonn - "Ich erwarte trotz aller Begeisterung jetzt keinen großen weiblichen Run in die Truppe." So kommentiert Generalarzt Verena von Weymarn die neue Situation nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs.

Weymarn begrüßte, dass Frauen künftig in der Bundeswehr die gleichen Chancen haben wie Männer. Sie könnten in Zukunft sagen: "Ich darf mit gleichen Rechten in die Bundeswehr gehen, wenn ich will und geeignet bin." Das sei der "eigentliche Fortschritt", den die Europa-Richter eingeleitet hätten.

Weymarn, erste Frau in der deutschen Militärgeschichte im Generalsrang, ist Chef des Stabes des Sanitätsamtes der Bundeswehr in Bonn-Beuel. Mit den rund 4.400 Soldatinnen in der Bundeswehr - auch in Rängen wie Hauptfeldwebel oder Stabsfeldwebel - sind laut Weymarn gute Erfahren gesammelt worden. Sie habe aber festgestellt, dass viele der jungen Frauen lieber in anderen Positionen der Streitkräfte tätig geworden wären.

Die Wehrpflicht müsse unter allen Umständen beibehalten werden. Wenn die Frauen in die Bundeswehr unter den neuen Bedingungen eintreten, müssten sie auch mit der Waffe in der Hand "ganz vorn" eingesetzt werden können.

Sollten andere Bestrebungen Platz greifen, "wäre das nicht gut für die Truppe". Bei den männlichen Kameraden würde sonst der Eindruck entstehen, "wir sind für die Drecksarbeit da, danach kommen in bequemlicherer Art die Frauen zum Zuge". Probleme wie Ausfälle durch Schwangerschaft seien in den Griff zu bekommen, argumentierte Weymarn.

Entscheidend für Weymarn ist "natürlich Eignung und Leistung" für die gleichberechtigten Soldatinnen. Die Mutter von zwei Töchtern hat ihre Karriere bei der Bundeswehr 1976 als Stabsarzt gestartet. Die Bundeswehr habe gezeigt, dass sie durchaus mit Frauen in ihren Reihen umgehen könne. Da müssten keine "sonderlich neuen Breschen geschlagen werden". Das "tragen die Streitkräfte heutzutage ganz unkompliziert mit", erläutert Weymarn.