Gentechnik Klon-Gegner bilden internationale Front
Düsseldorf/Berlin - "Ende des Monats werden wir uns zusammensetzen", sagte Spiros Simitis, Vorsitzender des Nationalen Ethikrates in Deutschland. Er habe bereits Kontakt zu seinen amerikanischen und französischen Kollegen aufgenommen, sagte Simitis der "Rheinischen Post". "Wir müssen sehen, was wir dazu beitragen können, möglichst schnell zu einer internationalen Vereinbarung zu kommen."
Der Nationale Ethikrat lehne das reproduktive Klonen aus "ethischen, wissenschaftlichen und verfassungsrechtlichen Gründen" ab. "Es darf unter keinen Umständen stattfinden und sollte verboten werden", betonte Simitis. Zum therapeutischen Klonen äußerte er sich vorsichtiger. Dabei soll - im Gegensatz zum reproduktiven Klonen - kein vollständiger Mensch entstehen.
Der Versuch eines internationalen Klonverbots war im November bei den Vereinten Nationen gescheitert, weil die Verhandlungspartner sich nicht auf den Umfang einigen konnten. Die Bundesregierung hatte sich in New York nur für ein Verbot des reproduktiven Klonens eingesetzt, um, wie es hieß, überhaupt ein Ergebnis zu erzielen. Die Verhandlungen sollen nach bisherigen Planungen erst im Herbst wieder aufgenommen werden.
Unterdessen bahnt sich im Bundestag eine schwarz-grüne Allianz für ein umfassendes Klonverbot an. Unions-Fraktionsvize Maria Böhmer sagte der "Berliner Zeitung", sie könne sich eine Kooperation mit den Grünen sehr gut vorstellen, um sowohl das reproduktive als auch das therapeutische Klonen zu unterbinden. Die Regierung müsse in einem Beschluss aufgefordert werden, ihre bisherige Verhandlungsstrategie bei der Uno zu ändern und sich auf ein generelles Klonverbot einzusetzen.
Der stellvertretende Fraktionschef und Gentechnik-Experte der Grünen, Reinhard Loske, zeigte sich einer Zusammenarbeit mit der Union gegenüber aufgeschlossen. Ziel sei es, die Bundesregierung zu einem Kurswechsel zu zwingen.
Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers hatte am Mittwoch ein komplettes Verbot für das Klonen von Menschen gefordert. Das Klonen sei ein Verstoß gegen die Menschenwürde und müsse deshalb nicht nur international geächtet, sondern auch strafrechtlich verfolgt werden. Zumindest auf europäischer Ebene ließe sich ein solches Verbot sofort durchsetzen.
Mitglieder der Raelianer-Sekte hatten Ende Dezember in den USA die Geburt des ersten geklonten Babys angekündigt, allerdings keinen Beweis für ihre Behauptung vorgelegt.