Vor möglichem Verbot Kubitschek verkündet Auflösung von rechtsextremem »Institut für Staatspolitik«
Rittergut von Verleger Götz Kubitschek in Schnellroda
Foto: Peter Endig / dpaDer Aufstieg der AfD hat maßgeblich mit Götz Kubitschek und dessen »Institut für Staatspolitik« zu tun. Mit dem vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften Verein hatte Kubitschek regelmäßig zu Schulungen geladen, viele AfD-Funktionäre pilgerten zum Vereinsort Schnellroda in Sachsen-Anhalt. Nun ist der Verein aufgelöst.
»Das Institut für Staatspolitik existiert nicht mehr«, schrieb Vorstandsmitglied Götz Kubitschek in einem Beitrag des eigenen Magazins »Sezession«. »Der Verein ist aufgelöst, alle Mitglieder sind ausgetreten, die Konten geschlossen, die Aufgaben erledigt oder neu verteilt.« Zuerst hatten »Cicero« und die »Tageszeitung« (»taz«) berichtet.
Stratege der Neuen Rechten
Das »Institut für Staatspolitik« war im April vergangenen Jahres vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden. Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stufte das Institut bereits 2019 als gesichert rechtsextremistisch ein. Das Institut galt als ein wichtiger ideologischer Ideengeber der Neuen Rechten. Es besetzte laut Verfassungsschutz im Netzwerk der Neuen Rechten eine strategisch wichtige Rolle.
So ein Verein habe keinen Zweck mehr, wenn er seine Gemeinnützigkeit endgültig verloren habe, schrieb Kubitschek. Die Zeitschrift »Sezession« werde nun inhaltlich und finanziell von Erik Lehnert geführt. Kubitschek leitete zusammen mit Lehnert den zugehörigen »Verein für Staatspolitik«. Laut Vereinsregister des Amtsgerichts Stendal wurde die Auflösung des Vereins bereits im Februar und März dieses Jahres beschlossen.
Kubitschek hatte von Schnellroda aus ein Netzwerk unter Rechtsextremen aufgebaut. Durch seine Denkfabrik postulierte er auch die Losung, wie AfD-Politiker die Grenze des Sagbaren und Machbaren immer wieder verschieben und zugleich die eigene Harmlosigkeit simulieren sollten.
Mit dem Ende des Vereins beendet Kubitschek allerdings nicht seine Arbeit: In seinem Beitrag kündigte der Verleger die Gründung einer neuen Gesellschaft namens »Menschenpark« an, die ebenfalls Akademien betreiben und Tagungen durchführen wolle. Die Auflösung könnte damit vor allem ein taktischer Zug sein: um einem Verbot zuvorzukommen.