»Gorch Fock«: Verteidigungsministerium will gegen frühere Chefs der Werft klagen - DER SPIEGEL
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Mutmaßlicher Millionenschaden Verteidigungsministerium will gegen frühere Chefs der »Gorch Fock«-Werft klagen

Die ehemaligen Geschäftsführer der Elsflether Werft müssen sich auf eine Schadensersatzklage einstellen. Die Bundesregierung will nach SPIEGEL-Informationen noch in diesem Jahr aktiv werden.
• aus DER SPIEGEL 52/2021
Reparierte »Gorch Fock« in Bremerhaven
Reparierte »Gorch Fock« in Bremerhaven

Reparierte »Gorch Fock« in Bremerhaven

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

In der Affäre um die verteuerte Instandsetzung des Marineschulschiffs »Gorch Fock« will das Verteidigungsministerium Schadensersatz einklagen. Eine entsprechende Zivilklage gegen die früheren Chefs der Werft will das Ressort nach SPIEGEL-Informationen noch vor Jahresende einreichen, damit etwaige Ansprüche nicht verjähren.

Hintergrund sind möglicherweise überhöhte Rechnungen , welche die Werft als Generalunternehmer gegenüber dem Bund gestellt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt seit drei Jahren gegen die ehemaligen Vorstände Klaus W. und Marcus R. sowie den früheren Geschäftsführer eines Unternehmens der beiden.

Ermittler gehen von neun Millionen Euro Schaden aus

Die Elsflether Werft hatte den legendären Dreimaster ab 2015 instandgesetzt. Die Kosten waren von anfänglich knapp 10 Millionen auf rund 135 Millionen Euro gestiegen . Für die »Gorch Fock« und andere Marine-Aufträge sollen die Beschuldigten um etwa 15 Prozent überhöhte Forderungen von Subunternehmen mit dem Bund abgerechnet und dann als nachträgliche Preisnachlässe einbehalten haben. Die Ermittler schätzen den Schaden für den Bund auf neun Millionen Euro, verteilt auf zwölf Schiffe.

Aus: DER SPIEGEL 52/2021

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Beamte des Koblenzer Wehrbeschaffungsamts hatten zuletzt Einsicht in Teile der Ermittlungsakten genommen. Sie warnten das Verteidigungsministerium Ende November in einem vertraulichen Vermerk, dass mögliche Ansprüche verjähren würden, falls bis zum Jahresende nichts unternommen werde.

Ob der Bund sein Geld von den Werftvorständen zurückbekommen würde, ist allerdings fraglich. Der ehemalige Geschäftsführer Klaus W. hat bereits Privatinsolvenz angemeldet. Die Beschuldigten wollten sich zu den Vorwürfen und einer möglichen Klage nicht äußern. Mittlerweile ist das Schulschiff wieder im Dienst.

gud/sve/mgb
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