Gorleben: Castor mehrfach gestoppt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gorleben Castor mehrfach gestoppt

Atomkraftgegner haben den Castor-Transport mehrfach zum Stehen gebracht. Die Polizei ging zum Teil hart gegen die Demonstranten vor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lüneburg/Dannenberg - Die Castor-Behälter waren auf dem Weg nach Dannenberg, wo die Atommüllbehälter für die Wegstrecke nach Gorleben auf Straßenfahrzeuge umgeladen werden. Auf dem Bahnhof Lüneburg besetzten nach Polizeiangaben rund 70 Atomkraftgegner zeitweilig den Bahnsteig. Die Polizei drängte die Demonstranten zurück.

Rund 150 Castor-Gegner errichteten fast zur selben Zeit nach Angaben der Initiative "X-tausendmal quer" eine Gleisblockade bei Rohstorf auf dem Schienenstück zwischen Lüneburg und Dannenberg. Sie zwangen damit den Atommüllzug auf einer Brücke über den Elbe-Seitenkanal vorübergehend zum Stehen. Die Polizei räumte die Strecke. Einzelne Umweltaktivisten wurden gefesselt abgeführt.

Der Atommülltransport hatte am Morgen Niedersachen erreicht. Nach Angaben der Polizei Göttingen gab es in den frühen Morgenstunden 25 Platzverweise. 15 Atomkraftgegner seien kurzfristig in Gewahrsam genommen worden, gegen fünf von ihnen hätte der Schlagstock eingesetzt werden müssen, hieß es.

Am Montagabend war der Castor-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in Baden-Württemberg mehr als zwei Stunden aufgehalten worden. Zwei Atomkraftgegner hatten sich nach Angaben der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiative auf der Strecke zwischen Heilbronn und Würzburg in einem Rohr unter den Gleisen angekettet. In der Nacht passierte der Zug trotz mehrerer Protestaktionen ungehindert Hessen.