Grüne: Comeback für Claudia - DER SPIEGEL
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Grüne Comeback für Claudia

Claudia Roth soll wieder Parteichefin der Grünen werden. Die Bundestagsabgeordnete will morgen ihre Bereitschaft zur Kandidatur am Rande der Länderratssitzung der Partei in Berlin verkünden. Drei wichtige Landesverbände unterstützen sie bereits - ihre Wahl gilt als sicher.
Von Tina Hildebrandt
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"Wir würden uns sehr freuen, wenn Claudia Roth im Herbst an die Parteispitze zurückkehren würde", so die Landeschefin der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Britta Haßelmann, zu SPIEGEL ONLINE. Die Partei brauche eine Doppelspitze "mit zwei starken Vorsitzenden", sagte sie weiter.

Auch Andreas Braun und Matthias Berninger, die Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg und Hessen, wollen Roth unterstützen. Roth sei "eine wichtige Identifikationsfigur für einen sehr wichtigen Teil unserer Anhänger", sagte Berninger. Er lobte "ihren integrativen Stil" und hofft, dass sie "die Partei zu neuer Geschlossenheit führt".

Die Grünen wählen im Herbst eine Nachfolgerin der amtierenden Chefin Angelika Beer. Beer, die von vielen grünen Funktionären als "Totalausfall" bezeichnet wird, kandidiert für das Europaparlament und macht deshalb den Platz an der Spitze frei. Roth gilt bereits seit langem als Favoritin für den Posten, hatte sich aber bislang aus taktischen Gründen nicht offiziell erklären wollen.

Mit der Unterstützug durch die Realo-Chefs Haßelmann, Braun und Berninger, ist Roths Wahl so gut wie sicher, da die drei Landesverbände alleine die Mehrheit beim Parteitag stellen. Roth hatte sich vor einem Jahr ebenso wie ihr damaliger Kollege Fritz Kuhn vom Parteivorsitz zurückziehen müssen, nachdem beide in den Bundesag gewählt worden waren.

Die Partei wollte damals lieber an ihrer grünen Folklore als an ihren Vorsitzenden festhalten und erneuerte den Beschluss, dass Amtsinhaber nicht gleichzeitig ein Mandat innehaben dürfen. Daraufhin wurden Reinhard Bütikofer und Angelika Beer in die Parteispitze gewählt. Inzwischen ist der Beschluß aufgehoben.