Grüne: Das Scheitern der KandidatInnen - DER SPIEGEL
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Grüne Das Scheitern der KandidatInnen

Das Kandidaten-Karussell der Grünen dreht sich und wirft weiter prominiente Politiker aus den Rennen um ein Bundestagsmandat. Jetzt hat es Angelika Beer und Steffi Lemke erwischt.
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Rendsburg/Magdeburg - Auf dem Parteitag der schleswig-holsteinischen Grünen erhielt Beer nicht die erforderliche Mehrheit, um erneut für den Bundestag antreten zu können. Die zur pragmatischen Linken zählende 44-Jährige stand wie kaum eine andere Grüne für den Kurswechsel der Partei vom strikten Pazifismus hin zur Unterstützung des Kosovo- und des Afghanistan-Krieges. Mit der Befürwortung des Afghanistan-Krieges hatte sich Beer auch gegen ihren traditionell links dominierten Landesverband gestellt.

Beer scheiterte bereits vor der Abstimmung über die Spitzenkandidatur. Da sie schon drei Wahlperioden Mitglied des Bundestages war, hätte der Parteitag laut Landessatzung einer weiteren Bewerbung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen müssen. Beer verfehlte die erforderliche Mehrheit von 68 Stimmen nach Angaben einer Parteisprecherin um zwei Stimmen.

Beer zeigte sich enttäuscht, sicherte aber zu, sie wolle weiter im Landesverband mitarbeiten. Auf Platz eins der Landesliste wählten die Delegierten in Rendsburg die Bundestagsabgeordnete Grietje Bettin, die sich mit 70 gegen 23 Stimmen gegen Landesvorstandssprecherin Monika Obierath durchsetzte. In Sachsen-Anhalt scheiterte am Samstag die stellvertretende Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, die Parteilinke Steffi Lemke, mit ihrer erneuten Kandidatur für den Spitzenplatz. Sie unterlag der Grünen-Spitzenkandidatin bei der zurückliegenden Landtagswahl, Undine Kurth, mit 18 zu 22 Stimmen. Eine Chance auf den Einzug in den Bundestag dürfte Kurth nach Einschätzung aus der Partei jedoch nur haben, wenn die Grünen am 22. September bundesweit und in Sachsen-Anhalt besser abschneiden als vor vier Jahren.

Vor Beer und Lemke waren bereits der Berliner Bundestagsabgeordnete und Altlinke Christian Ströbele und der Haushaltsexperte Oswald Metzger bei dem Versuch gescheitert, aussichtsreiche Listenplätze für die Bundestagswahl zu erhalten.

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