Grünen-Chefin Claudia Roth - DER SPIEGEL
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Angeschlagene Parteichefin Roth will Grünen-Chefin bleiben

Die Urwahl zur Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl lief für Claudia Roth katastrophal, dennoch will sie die Grünen weiter führen. Sie werde beim Parteitag Ende der Woche in Hannover erneut als Vorsitzende kandidieren, sagte Roth. Kollegen hatten sie zu diesem Schritt gedrängt.
Angeschlagene Parteichefin: Roth will Grünen-Chefin bleiben
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Angeschlagene Parteichefin: Roth will Grünen-Chefin bleiben

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS
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Berlin - Zwei Tage zögerte sie, nun hat sich Claudia Roth zu ihrer politischen Zukunft geäußert. Trotz des schlechten Abschneidens bei der Urwahl der Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl der Grünen will die Parteichefin im Amt bleiben. Sie werde beim Parteitag Ende der Woche in Hannover erneut als Vorsitzende kandidieren, sagte Roth am Montagmorgen.

Ihr schwaches Ergebnis bei der Urwahl bezeichnete Roth als "herbe Klatsche". "Wer mich kennt, weiß, dass mich nach dem bitteren Ergebnis Zweifel und große Zerrissenheit durchgerüttelt haben", so die Grüne. Die Urwahl sei allerdings nicht die Abwahl der Parteivorsitzenden gewesen. Sie habe am Wochenende sehr viel Zuspruch bekommen, "aus allen Ecken der Partei und vor allem aus der Basis", sagte Roth weiter.

Roth betonte, dass sie weiter für ihre Partei kämpfen wolle: "Es geht jetzt in erster Linie nicht um mich und um meine Enttäuschung, sondern es geht um etwas Wichtigeres." Es gehe um die Ablösung von Schwarz-Gelb, so Roth. Nach langem Überlegen biete sie daher ihrer Partei an, als Vorsitzende alles für den Wechsel zu tun. Jetzt hätten die Delegierten beim Parteitag am Wochenende das Wort.

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Trotz Urwahl-Schlappe: Roth macht weiter

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS

Jürgen Trittin begrüßte Roths Entscheidung. Sie habe die Grünen in vielen schwierigen Fragen immer wieder in der Mitte zusammengeführt, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Dass sie diese Arbeit fortsetzen könne, sei "wichtig für unseren Wahlkampf". Auch Cem Özdemir, der den Vorsitz der Grünen zusammen mit Roth innehat, äußerte sich erleichtert: "Ich kann sehr gut verstehen, dass es alles nicht sehr einfach war", sagte Özdemir. Umso mehr freue er sich darüber, dass Roth erneut kandidiere. Die Rückmeldungen aus der Partei seien sehr deutlich gewesen. Viele hätten sich gemeldet und gesagt, dass Roth die Unterstützung in der Partei habe. "Ich bin sehr sicher, dass sie ein tolles Ergebnis auf dem Bundesparteitag am kommenden Wochenende erreichen wird", so Özdemir.

"Wir wollen Claudia"

Roth hatte bei der Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten, aus der als Sieger Katrin Göring-Eckardt sowie Jürgen Trittin hervorgingen, ein Ergebnis von nur rund 26 Prozent bekommen - das schlechteste Resultat der vier prominenten Bewerber. Gewählt worden waren Fraktionschef Trittin mit 71,9 Prozent und Bundestags-Vizepräsidentin Göring-Eckardt mit 47,3 Prozent, Co-Fraktionschefin Renate Künast hatte 38,6 Prozent erhalten.

Nachdem sich Roth am Wochenende außer mit einem Facebook-Eintrag nicht zum Ausgang der Urwahl geäußert hatte, waren Spekulationen aufgekommen, dass sie einen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erwägt. Ende Oktober hatte sie noch erklärt, unabhängig von dem Ergebnis der Basisbefragung wieder als Parteichefin anzutreten. Roth hat seit 2001 mit einer Unterbrechung den Parteivorsitz inne.

Führende Grünen-Politiker hatten Roth am Sonntag gebeten, an der Spitze zu bleiben. Grünen-Fraktionschefin Künast appellierte noch am Montagmorgen an Roth, weiter Parteivorsitzende der Grünen zu bleiben. "Wir wollen Claudia", sagte Künast im WDR-Hörfunk. "Sie ist nämlich eine gute Vorsitzende."

Auch die frisch gewählte Spitzenkandidatin Göring-Eckardt sprach sich dafür aus, dass Roth wieder antritt. Sie habe als Parteivorsitzende "viele Talente und Kompetenzen", sagte Göring-Eckardt am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

anr/dpa/AFP/Reuters