Modellauto-Affäre Staatsanwaltschaft beantragt Aufhebung von Haderthauers Immunität
Ehepaar Haderthauer bei Bayreuth-Premiere: Die Justiz ermittelt
Foto: Marc Müller/ picture alliance / dpaMünchen - Die sogenannte Modellauto-Affäre droht ihr zum Verhängnis zu werden: Die Staatsanwaltschaft München II hat die Aufhebung der Immunität von Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer beantragt. Grund dafür seien Ermittlungen wegen Betrugs und Steuervergehen gegen die prominente CSU-Politikerin und ihren Mann Hubert Haderthauer, berichtete zuerst die "Augsburger Allgemeine Zeitung". Der "Süddeutschen Zeitung" wurde dies bestätigt.
Bis zu ihrem Eintreten in die Landespolitik 2003 war Haderthauer Gesellschafterin einer Modellbaufirma, die in zwei bayerischen Bezirkskrankenhäusern hochwertige Modellautos billig herstellen ließ und teuer verkaufte. Das Geschäftsmodell führte ihr Mann bis 2008 fort. Ein ehemaliger Geschäftspartner behauptet, bei einem 2011 geschlossenen Vergleich betrogen worden zu sein.
Als Christine Haderthauer bayerische Sozialministerin wurde, verkaufte ihr Mann die Firma - ohne den Gesellschafter Roger Ponton darüber zu informieren. 2011 kam deshalb ein Vergleich zustande, den auch Christine Haderthauer unterschrieb. "Mein Mandant wurde über den Tisch gezogen", sagt Pontons Anwalt Malte Magold. Neue Unterlagen bewiesen, dass "die tatsächlichen Einnahmen der Firma circa 80 Prozent über den Angaben liegen, die meinem Mandanten als Grundlage für den Vergleich vorgelegt wurden".