Haider: "Schröder ist ein überheblicher Monarchist" - DER SPIEGEL
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Haider "Schröder ist ein überheblicher Monarchist"

Gerade erst hat die EU die Sanktionen gegen Österreich aufgehoben, da hetzt der Rechtspopulist Jörg Haider schon wieder gegen die europäischen Staats- und Regierungschefs. Besonders im Visier: Bundeskanzler Gerhard Schröder.
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Wien - Schröder zähle zu jenen Menschen, die gefühllos auf jedem herumtrampelten, der ihren Machtbereich gefährde, sagte Haider in Interview des Magazins "News". "Schröders monarchische Überheblichkeit ist unerträglich. Das sind Menschen, die haben keine Skrupel. Bald werde die eigene Partei gegen Schröder revoltieren.

Der Kärntner Landeshauptmann und frühere Chef der Freiheitlichen Partei (FPÖ) sagte, nach dem Ende der Sanktionen der 14 Partnerländer der Europäischen Union sei er "voll rehabilitiert". "Das ist wirklich eine persönliche Genugtuung. Es müssen jetzt die anderen damit leben, dass sie der Demokratie und dem europäischen Gedanken massiv geschadet haben. Das ist ein Sieg der Demokratie, die kann durch Beschlüsse selbst ernannter Scharfrichter in Europa nicht ausgehoben werden."

Kritik übte Haider auch an den "drei Weisen", Martti Arthisaari, Jochen Frowein und Marcelino Oreja, die "viele Details gar nicht ausgeleuchtet hätten, sonst wäre überhaupt kein einziger Vorwurf übrig geblieben. Die drei Politiker hatten im Auftrag der EU einen Bericht über die Lage in Österreich seit der FPÖ-Regierungsbeteiligung erstellt und eine Einstellung der Sanktionen empfohlen.

Haider schielt nach Brüssel

Positiv bewertete Haider die bisherige Regierungsarbeit und lobte Kanzler Wolfgang Schüssel als mutig. Allerdings hätte Schüssel noch Durchsetzungsprobleme in seiner Partei. Die FPÖ habe sich in der Koalition als die geschlossenere Partei erwiesen. "Die ÖVP existiert als Partei ja nicht wirklich. Solange die Länder-Bosse mit dem Schüssel auf gleich kommen, wird nichts passieren. Einen wirklichen Einfluss hat er nicht. Bei uns ist es so, dass Susanne Riess-Passer mit ihrem Team die gesamte Partei hinter sich hat", sagte Haider laut "News".

Er werde bis 2004 Landeshauptmann in Kärnten bleiben, kündigte Haider an. Seine Nachfolgerin an der FPÖ-Spitze Riess-Passer wäre im Jahr 2003 eine hervorragende Kandidatin für das Kanzleramt.

Er könne sich aber auch vorstellen, sich an die Spitze einer gesamteuropäischen freiheitlichen Bewegung zu stellen, sagte Haider. "Brüssel wäre eine reizvolle Sache. Die EU neu zu konzipieren wäre sicherlich sehr, sehr wichtig. Ich bin ein alter Bürokratie-Töter".